Heute ist Freitag, der 13. Dezember

Mittwoch nach der Weihnachtsfeier wollten Carmen, Ramona und ich uns noch einen Glühwein zu Gemüte führen. Abends halb 10 in Waren – aussichtslos. Dabei sind wir über den Markt gegangen und ich hab verkündet: Guckt mal, unser schöner kleiner Weihnachtsmarkt ist aufgebaut … Schön ja, hat Carmen gemeint, aber es ist immer das gleiche – immer die gleiche Bude an der gleichen Stelle. Das nennt man Beständigkeit, hab ich gesagt.

08:00 Uhr Glockenläuten von Georgen- und Marienkirche, auf dem Markt leuchten der Weihnachtsbaum und die Große Pyramide, das Brauereiauto von Lübzer beliefert den Ratskeller, Möwen fliegen durch das Bild auf der Suche nach einem Frühstück und über allem prangt rechts außen auf himmelblauem Untergrund das Vollmond-Rund …

Heute ist Donnerstag, der 12. Dezember

12.12. – das ist Schneemond-Vollmond, alter Name, und ein großer Portaltag gleichzeitig. Aus dem Anlass will ich heute mal eine Sonnenhut-Räucherung machen, ist mir gestern eingefallen, um die Hexen-Tradition wieder aufleben zu lassen. Geräuchert hab ich schon ewig nicht mehr, außer mit Menthol-Zigaretten. Räuchern war früher wie heute Großreinemachen und ganz selbstverständlich. Sonnenhut bringt Licht in die Zeit, wo man  früh um 8 schon weiß: Heller wird es heute nicht mehr … oder sagt: Heute war den ganzen Tag Schlafwetter, wenn man das Tag nennen kann. Am 21. 12. die Wintersonnenwende war von jeher ein Grund für die Menschen, die Rückkehr des Lichts zu feiern!

Es gibt auch einen schönen Kalender mit Räuchermischungen für die 12 Rauhnächte. Einer hat bei der Amazon-Bewertung geschrieben: Nur das Zeug brennt leider nicht, man kriegt es nicht angezündet! Man muss schon wissen wie! Es wird nicht angezündet, sondern auf glühende Kohle gelegt. Es heißt ja schließlich Räuchern, und nicht Verbrennen.

Ja, und dann hat Christa heute Nachmittag unsere Haus- und Hofgesellschaft zum Advents-Kaffee geladen. Das ist immer sehr schön in ihrem stimmungsvollen Ambiente. Die Weihnachtsfeier gestern war auch schön und harmonisch. Eigentlich ist es ja ein Weihnachtsessen, und das war vorzüglich. Meine Mitgliedschaft ruht jetzt bei Notfallbegleitung. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich eine unbefristete Auszeit nehme. Doch im Frühjahr/Sommer hab ich voll mit Guti-Gutshaus zu tun und im Herbst/Winter ist Ruhephase-Bedürfnis …

Heute ist Mittwoch, der 11. Dezember

Ich will meine Wohnung zurück, hat Christine gestern gesagt, als sie sich nachmittags von mir verabschiedet hat, und sehnsüchtig auf ihre Tür geguckt. Ihre neue ist zwar geräumiger, auch Maisonette, ist ihr aber zu dunkel und sie guckt auf eine Wand, das Haus auf der gegenüberliegenden Gassenseite. Da haben die Marktwohnungen hier schon einen großzügigeren Weitblick und wenn man den gewohnt ist, engt alles andere ein.

Ich träum öfter, dass ich hier aus- und woanders hingezogen bin. Dann werd ich wach und freue mich, wenn ich feststelle, dass ich noch hier bin, und nehm mir vor, die Wohnung zu behalten, egal was kommt … Neulich stand mein Haus in Rostock-Riekdahl zwischen 2 Bahngleisen.

Ich bin hier geboren, in Röbel Müritz, und zur Schule gegangen, in Waren. Ich hab das Müritz-Wasser nur verlassen, um einem Mann in Rostock, an der Ostsee, zu zeigen, dass es mich gibt. Zusammengefasst kann man es so sagen. Was der Sinn des Ganzen war, erschließt sich mir noch nicht. Die 2 Bahngleise sind eine Entscheidung …

Ich geh mir jetzt ’ne Mütze kaufen – ohne diesen dussligen 0815-Fell-Bommel. Das schränkt die Auswahl strikt ein. Ich hab meine neue blaue Winterjacke nur noch nicht angehabt, weil mir der passende Kopfputz dazu fehlt. Na, mal gucken …

Das war Eingebung! 30 Minuten später und beim 5. Versuch hat es geklappt – bei der, die ihren Laden leer räumt wegen Geschäftsaufgabe zum Jahresende. Und was für’ne schöne! Und gleich noch einen passenden, ausgefallenen Schal dazu. Da sind nun Bommeln dran, und dürfen es auch sein.

Bei sowas hab ich immer das Gefühl von göttlicher Fügung. Nee, nee, nicht lachen – das gilt auch für Kledage!

Heute ist Dienstag, der 10. Dezember

Ich habe fertig! Alles geschafft, was noch anstand und Termine hatte. Nun ist nur noch am 16., nächsten Montag, der Termin für Zahnimplantat. Ich sag absichtlich nicht OP, damit es freundlicher klingt. Ich war schon versucht, es auf das Neue Jahr zu verschieben. Nein – jetzt!

Die meisten Zutaten für die Weihnachtsküche hab ich schon zusammen, zumindest die haltbaren. Den Rest hol ich frisch von Edeka, wenn es soweit ist.

Nur noch einmal Guti-Gutshaus-Schicht dieses Jahr, Silvester. Doch das ist mehr feiern, als arbeiten und außerdem freiwillig. Alles angenehm entspannt …

Morgen ist die erste Weihnachtsfeier, von Notfallbegleitung. Diesmal zum Glück im Ratskeller um die Ecke. Vorher Treffen mit Carmen Sternchen an der Glühwein-Basis-Hafen …

 

Heute ist Montag, der 9. Dezember

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Das wahre Glück besteht nicht in dem, was man empfängt, sondern in dem, was man gibt. Chrysostomos

An einem kahlen Zweig im Schnee hängen 7 rote Herzen – das ist das Bild dazu.

Hab ich es nicht grade gesagt?, bei Anikos Karten als verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Ich hab mich gefreut, dass sie sich gefreut hat.

Dieses Jahr bin ich Weihnachten mal die Gastgeberin und freu mich …

Wie süüüüüß, der kleine Puschel!, schreibt grade meine ehemalige Kollegin, die mein Profilbild mit meinem Enkelsöhnchen im Arm entdeckt hat. Wir sind sporadisch in Kontakt und zu Geburtstagen und Feiertagen und einmal war sie hier zur Kur nach Krebsdiagnose. Und was machst Du so?, fragt sie weiter. Läuft alles? Große Liebe schon in Sicht? Meine große Liebe ist Tag und Nacht bei mir, gefühlt … Sie kennt die Geschichte schon aus den Anfangszeiten, als wir noch Kolleginnen waren.

Ist Maik immer noch bei dir?, fragt sie. Yes, schon länger kein Kontakt mehr, aber gefühlt immer da … Schwer verständlich für den Normal-Sterblichen, mich eingeschlossen.

Schon länger kein Kontakt mehr, ist stark untertrieben, aber da ich ihn immer fühle, kommt es mir nicht so lange vor. Damit ist auch der Schlusspunkt vor über einem Jahr nicht das, was ich mir davon versprochen habe. Doch das Schlimmste ist jetzt endlich geschafft und ich geh meinen Weg weiter. 2020 beginnt ein neues Jahrzehnt!

Heute ist Sonntag, der 8. Dezember

Christa hat gestern ein großes Paket gewonnen im Adventskalender von Edeka: Eine Playmobil-Polizeistation – hat aber keine Enkelkinder! Ihr Schwiegersohn hat Neffen, das wird er schon irgendwo unterbringen, meint sie.

Nach Müritzhof war Aniko noch hier. Ich hab Tee Rooibos-Orange gekocht und sie hat es sich auf der Couch gemütlich gemacht. Sie hatte die Woche Urlaub und hat hier jeden Tag eine von meinen Kipper-Karten gezogen. Die gefallen ihr sehr gut und sie wollte sie sich auch bestellen. Die sind aber vergriffen und erst ab Februar wieder verfügbar. Damit sie nicht so lange warten muss, hab ich ihr ein anderes, auch sehr schönes Deck davon bestellt, das kam gestern. Da hab ich Weihnachten einfach vorgezogen und hab sie ihr geschenkt. Sie hat sich sehr gefreut über die Überraschung und sich zigmal bedankt. Das ist doch der Sinn des Schenkens, anderen eine Freude zu machen …

Ich hab mir auch welche mitbestellt – Zigeunerkarten. Da fielen gleich 4 raus: Richter – Verlust, Geliebte, Brief. Der Richter zuerst – steht für Rechtsssprechung und Gerechtigkeit.

Heute ist Sonnabend, der 7. Dezember

Ruhig und beschaulich ist es hier. Man lebt eingebettet in eine schöne Gemeinschaft und wird ständig mit dem neuesten Geschehen versorgt, mündlich. Man braucht keine Nachrichten und keine Zeitung. Ob auf dem Hof – da liegt die Rückseite der Geschäfte vom Markt wie Jannys Eis und Spielzeugladen Schaukelpferd, wo die Mitarbeiter ihr Zigaretten-Pläuschchen abhalten, bei Edeka, wo die Kunden wie eine große Familie sind, oder an der U-Nautic-Straßenverkauf-Bude ab Dezember bis Februar, wo es außer flüssigen Prozenten in Form von Glühwein auch festes Essen gibt, fein selbst gekochte Hausmannskost. Dieses Jahr haben sie ein neues Haus aufgestellt, wobei neu außer größer auch höher bedeutet, wahrscheinlich wegen Raik, dem Betreiber mit stattlicher Körpergröße.

Das ist wie in der offenen Psychiatrie hier, wo die Leute zwar auch sterben, aber bestimmt nicht an Vereinsamung. Man kann sich eine Weile zurückziehen, das wird einem zugestanden, aber wenn es der Haus- und Hofgesellschaft ihrer Ansicht nach zu lange dauert, wird man mit Angeboten und Kontakten sanft aber konsequent aufgefordert, wieder an der Gruppentherapie teilzunehmen.

Beispiel:  Heute ist Adventsmarkt in Müritzhof, sehr schön im Nationalpark gelegen, mit dem Auto nicht zu erreichen, weil Zufahrt für KFZ gesperrt, also Shuttle-Verkehr ab Parkplatz Dammfeld. Die lassen sich da immer schön was einfallen und es ist was Besonderes, allein schon durch die Lage. Aniko hat mich so lange bearbeitet, bis ich mitkomme …

Heute ist Freitag, der 6. Dezember

Den Spruch hab ich heute morgen im WhatsApp-Status von Sabinchen Sonnig gesehen:

So many people are in love, but not together, and so many people are together, but not in love. 

Das ist mal einer, den ich für Wert halte, hier wiedergegeben zu werden. Er passt zum Blog-Thema.

Das war ein schöner Back-Nachmittag gestern mit Martina. Ohne ihre Hilfe wär das nichts geworden. Auch, wenn die Plätzchen mit den klangvollen Namen am Ende ganz anders aussahen als auf dem Foto – ist das Ergebnis sogar noch schöner anzusehen. Sie hatte Zweifel, ob sie sich bis Weihnachten halten, wegen Cremefüllung. Ach klar, wir energetisieren sie mit MHD! Jetzt stehen sie im Kühlhaus Dachterrasse …

Heute ist Donnerstag, der 5. Dezember

8 Jahre bin ich jetzt an dieser Adresse und kein Ende abzusehen. So alle acht, neun Jahre gab es bisher immer eine Veränderung bei mir, räumlich. Einen Umzug … Dazu passt der Traum. Hier hab ich das Gefühl, das bleibt jetzt so. Kein Anlass für Fortbewegung.

Nur einmal im Monat nach Rostock – Nageltante, Martina und manchmal meine Kinder. Heute auch, Weihnachtskekse backen: Pistazien-Prosecco-Taler und Cassis-Ganache-Plätzchen – mit Martinas Hilfe!

Heute ist Mittwoch, der 4. Dezember

Das Wetter verlangt einem wieder Alles ab an Hoffnung, Mut und Zuversicht. Als wenn mir der November sagen will: Wenn du mich nicht magst, hast du mich gleich noch ein paar Tage länger …

Das hab ich gestern zu Carmen Sternchen am Telefon gesagt, als wir unser für heute geplantes Treffen am Glühweinstand Hafen auf nächste Woche verlegt haben. Darüber klagen alle, wo man hinhört, über die wochenlange Schlechtwetterlage, die auf’s Gemüt schlägt. Auch die Frau von Medicare, Strumpfhose, hat schon depressive Verstimmungen, wie sie sagt. Und viele plagen sich mit resistenten Erkältungen, wie ich auch 4 Wochen lang. Reicht mal …

Vorhin bin ich, nachts um 3, aus einem Traum aufgewacht mit vielen Umzügen, Autofahrten und Hin und Her, als ich gesagt habe: Und das Leben vergeht dabei, Maik … Er war mal da und mal weg und es ging immer irgendwie nicht. Immer war was anderes wichtiger.

Wie finde ich meinen Seelenpartner? Gar nicht, das ist eine amerikanische Erfindung. Es gibt nicht den Richtigen, die Richtige – sagt Sadhguru in einem Video auf Youtube, das ich  gestern Abend gesehen habe. Er ist ein indischer Yogi, Mystiker und Visionär – und negiert Begriffe wie Gott und Schicksal. Schicksal führen viele als Grund für Versagen an und dein Leben liegt nicht in der Hand eines Gottes, sondern in deiner eigenen, behauptet er. Merkwürdig, finde ich, ein Yogi ohne Religion.