Heute ist Sonntag, der 13. Oktober

Der Kopf des Gefühlsmenschen wird vom Herzen erwärmt, das Herz des Verstandesmenschen vom Kopf gekühlt. Den Spruch hab ich gestern Abend im WhatsApp-Status von Susann gelesen …

Heute Nachmittag begrüß ich wieder Kopf- und Herzmenschen im Guti-Gutshaus-Sonntags-Café. Der Kuchen schmeckt allen gleich gut, ohne Unterschied. 21 Grad sind angesagt –  das ist ein Tag Sommer geschenkt! Kleidchen anziehen …

Halb 11: Auf dem Markt machen sie unten grad das Abschiedsgruppenfoto vom Zwillingstreffen, das dieses Wochenende war. Ich hab sie gestern schon gesehen, bei meinem Einkauf auf dem Grünen Markt. Alle im Erwachsenen- und reiferen Alter. Alle natürlich gleich angezogen und die Pärchen gleichen sich wie ein Ei dem anderen – alles doppelte Lottchen und Lotteriche. Spaßig!

Jetzt wären mir fast meine Pilze auf dem Herd verbrannt beim Schreiben … So recht hab ich keine Lust auf Gäste im Café heute – und je näher es rückt, um so weniger. Ist irgendwie traurige Stimmung heute – wehmütig, obwohl so ein schöner Tag ist. Ob’s am Vollmond liegt?, ich glaub übermüdet. Hoffentlich muss ich nicht noch Kuchenbacken …

18:30 Uhr zu Hause – ohne Kuchenbacken. Das war ’ne ruhige Kugel schieben, denn die Zahl der Gäste war sehr übersichtlich. Auch mal gut …

Diese Woche war ein Einbruch im Blog. Die Zahl der Aufrufe und damit der Leser hat sich drastisch dezimiert – wie auf geheime Absprache. Es wird nicht daran liegen, dass ich einen Tag nicht da war. Vielleicht ist in China ein Sack Reis umgefallen oder – was wahrscheinlicher ist – vielleicht sind Bücher und Filme mit Happy End beliebter. Trotzdem …

Ich hab neulich einen Filmtrailer gesehen – den Titel weiß ich nicht mehr. Da will eine Autorin ihr Buch an den Mann bringen und bekommt zur Antwort: Wenn eine Frau darin die Hauptrolle spielt, sollte sie am Ende verheiratet sein … Und sie zieht mit ihrem Manuskript wieder ab. Dann Cut – und sie sitzt ihm wieder mit ihrem Manuskript gegenüber und die erste Frage ist: Und – ist sie verheiratet?

Tja, damit kann ich leider auch nicht dienen. Meine Hauptrolle ist ein Solopart, ich hab nur mein inneres Wissen vom dualen System. Im Mittelalter wurden viele Wissenschaftler von der Inquisition gepeinigt: Widerrufe, widerrufe! Das Bild kam mir neulich so in den Sinn. Damals hätte ich wohl abgeschworen – dann wär die Welt eben eine Scheibe geblieben – und ich am Leben. Heute bleibe ich bei meiner Wahrheit.

Nachmittags kam ein älterer Mann ins Café geschlurft und hat sich einen Korn bestellt. Den zahl ich bar, hat er gesagt, muss ja nicht jeder wissen. Er meinte Familie. Ich hab ihm einen Doppelten eingeschenkt zum Preis von 0,02. Der kann es vertragen, hab ich gedacht. Er hat mir Löcher in’n Bauch gefragt, wie es hier so war zu Ostzeiten, und hat sich sichtlich gefreut, dass ich Zeit für ihn hatte. Später kam er nochmal mit der Brötchenbestellung und hat sich noch ein Bier bestellt. Das geht auf’s Zimmer … Er kam aus der Stellmacherei rüber, das ist eine der beiden großen Ferienwohnungen bei uns – die liegt ein Stück über den Hof. Für den Weg hat er länger gebraucht, als um sein Bier auszutrinken, hab ich zu den Frauen am Nachbartisch gesagt, als er wieder weg war. Glücklich war der nicht … Psychoberatung als Kellnerin war das.

Und ich hab mir eine schöne Flasche Toro zum Einkaufspreis mitgebracht, zur Feier des schönen Vollmondes auf der Terrasse – wenn ich sonntags schon arbeite. Das Etikett sieht aus wie die Tarotkarte Ritter der Schwerter …

Ich wollte schon ins Bett gehen, da hat Silvia geschrieben: Können wir uns am 22.11. treffen statt am 1. Advent? … Nächstes Jahr wird ein Mondjahr … Ich hab gleich gegooglet: Jahresregent 2020 – Tatsache, das ist mir noch gar nicht aufgefallen. Dann wird es mein Jahr hab ich geantwortet. Krebs ist Urprinzip Mond! Das klingt magisch, kam zurück.  Dabei hab ich gesehen – 1959, mein Geburtsjahr, war der Jahresregent Jupiter – Schütze – Maik. Das war eine kleine Offenbarung. Klein weil – ich hab keine Lust mehr, die ganze Arbeit alleine zu machen. Und auch, wenn es magisch klingt – die Magie ist mir unterwegs abhanden gekommen – obwohl ich sehr empfänglich dafür bin.

Das ist heute viel geworden zum Vollmond: 666 Wörter

Heute ist Sonnabend, der 12. Oktober

01:30 Es ist nur eine Stunde später als meine letzten Worte, die ich vorhin geschrieben habe. Ich bin bei meiner Schwester zur Geburtstagsfeier eingeladen, beginnend mit Frühstück, das wird nichts. Frühestens zu Mittag. Als ich meinen Sohn in Rostock besuchen wollte, hat er geschrieben, Taminas Mutter, Schwester und Oma sind dann auch da. Er hatte gerade Feierabend – und dann ist die ganze Gäng da. Wie wahrscheinlich jedes Wochenende. Das wird dann wohl zu voll, hab ich geantwortet – da wollte ich nicht auch noch aufkreuzen. Von meinem Enkelchen hätte ich jedenfalls wieder nichts gehabt – die anderen sind in der Überzahl und viel vereinnahmender als ich. Ich kann nicht viel Sympathie für sie aufbringen …

Äußerlich bewahr ich Contenance und würde mich nicht negativ äußern  – doch ich hoff, dass er die mal alle rauskatapultiert, wenn’s ihm zuviel wird. Sie haben eine 2-Raum-Wohnung mit Baby. Wie kann man nur …

Das hier im Blog zu schreiben ist anders, als wenn mich jemand in die Arme nehmen würde, wenn ich es ihm anvertraue.

In Büchern und in Filmen wendet sich das Blatt immer an der Stelle – wenn der Punkt erreicht ist, an dem alles aussichtslos erscheint und man die Hoffnung aufgegeben hat, dass sich noch irgendwas zum Besseren wenden könnte. Die Krise betrifft meist alle Bereiche – Liebe, Job, Freunde … Von da an wird mit Volldampf am Happy End gearbeitet …

Dann grämt sich der vor Amor Geflohene entsetzlich und ihm tröpfelt stetig schmerzlich ins Bewusstsein, was er doch für’n Plemmi war und welchen Schatz er da verloren hat. Und dann fasst er sich endlich ein Herz … in Büchern und in Filmen.

Geburtstagsfeier war schön!

Heute ist Freitag, der 11. Oktober

Oh, der Alte … hat meine jüngste Schwester angesetzt, kaum dass ich meine Geburtstagswünsche am Telefon ausgesprochen hatte. Welcher Alte? Es gibt 2 – ihr Alter und der Schwiegervater. Ihr Alter war gemeint. Den könnte ich bis zum Mond schießen und noch weiter … dann hat sie mir die jüngste Eskalation berichtet, an ihrem Geburtstag. Ich hab es mir angehört, weil ich weiß, das Herz ausschütten erleichtert schon, und hab nicht viel dazu gesagt. Sie leben wie Hund und Katz.

Warum bleibt sie in so einer Ehe? Blind für die Option Trennung … Die Antwort ist immer dieselbe: Lieber die bekannte Hölle als der unbekannte Himmel.

00:30 Uhr Guti-Gutshaus-Feierabend und vorher Rostock Nageltante und Martina. Völlig platt …

Heute ist Donnerstag, der 10. Oktober

Das war ein krasser Unterschied zu unserem Guti-Gutshaus da, sowohl vom Personal wie auch von den Gästen. Die Frühstücksfee agierte still im Hintergrund und die Frühstücksgäste unterhielten sich, wenn überhaupt, nur im Flüsterton, so wie in Wartezimmern. Sogar die Kinder traten gar nicht in Erscheinung und waren irgendwie angepasst. Bei uns ist immer Remmi-Demmi – laut und lebendig. Es mag an der Stille dort liegen, war aber trotzdem irgendwie verdächtig. 

Die Bedienung am Abend war gesprächiger. Ich hab das Essen gelobt – ich hatte Kürbis in Nussöl, überbacken gegessen – das war sehr gut und eine gute vegetarische Alternative zu 0815-Angeboten anderswo. Das hab ich auch so gesagt und sie hat sich gefreut. Unsere Kürbissuppe ist auch gut, die mach ich mit Curry … hat sie weiter gesagt. Äh … Kürbissuppe koch ich selber, auch mit Curry.

Bei der Anreise hat mich ein junger Mann begrüßt, der mit Grünschnitt beschäftigt war. Bestimmt nicht der Gärtner, hab ich gedacht. Er hat mir die Hand hingestreckt: Joshua Wille, herzlich willkommen! Das war der Sohn der Besitzerfamilie, die in Berlin lebt, hab ich kombiniert. Ich hatte vorher was im Internet über das Anwesen gelesen. Das war eine anregende Begegnung – wir waren auf gleicher Wellenlänge. Was macht ein Sohn aus Berlin hier?, hab ich ihn gefragt. Eigentlich bin ich zum Lernen hier … Student wahrscheinlich. Er hat mir die Sauna gezeigt, das Fahrrad eingestellt, das ich dann nicht gebraucht hab und mir einen verschlungenen urwüchsigen Weg um den See gezeigt: Da zwischen den beiden Eichen geht es rein … Am Abend hat er das gleiche gegessen wie ich. In die Augen sehen und verstehen, hab ich gedacht. Als ich auf dem Zimmer war, mit Blick auf den See, hab ich gesagt: In einem anderen Leben, Joshua … im Flüsterton natürlich.

Heute ist Mittwoch, der 9. Oktober

Da war ich von der Außenwelt abgeschnitten. Kein Netzempfang, gut so – wozu auch. Es liegt fast vor der Tür – nur eine Dreiviertelstunde Fahrt – und doch ist es eine ganz andere Welt …

So eine himmlische Ruhe und ein Naturparadies. Ich hab nur die Vogelstimmen am und um den See gehört. Ich war rundum von Kranichen und ihren Trompeten-Rufen umgeben. Gestern hat es nur geregnet und ich bin nach dem Frühstück wieder ins Bett gegangen und hab eins von den 4 Büchern im Zimmer gelesen: Wladimir Kaminer „Militärmusik“. Die anderen hab ich mir auch angeguckt: Offene Gärten zwischen Müritz und Usedom, 111 Orte an der Mecklenburgischen Seenplatte, die man gesehen haben muss, und das vierte war das Gästebuch. Darin war auch ein Eintrag vom Februar: Wir sind zu unserem Jahrestag hier … Eric und Eileen. Die beiden kenn ich – das sind Freunde meiner Nichte Anja. Die Welt ist ein Dorf, wie ich immer sage.

Von den wenigen gastronomischen Angeboten in der Gegend haben um diese Jahreszeit schon viele geschlossen und an den verbleibenden steht: Montag Ruhetag! Oder: Montag/Dienstag Ruhetag! Also bin ich zum Nationalpark-Portal, Portal wie Eingang, Kratzeburg gefahren und hab mir da beim Fischer eine Maräne geholt – das war ’ne Endmaräne, nämlich warm aus dem Rauch. Das Wortspiel versteht nur, wer die Landschaftsform dort kennt – eiszeitliche Endmoräne.

Nach dem Regen hab ich gestern am späten Nachmittag noch einen Waldspaziergang gemacht, Wanderung wär übertrieben, 3 Kilometer. Ich hab an allen 3 Tagen die Natur genossen, in die ich eingebettet war, doch ich war nicht mit Allem eins. Hauptsächlich hab ich mich allein gefühlt … Das hat auch am Regen gelegen, aber nicht nur.

Beim Frühstück waren alle Tische für 2, 3 und 4 Personen eingedeckt – außer einem. Abends in der Gaststätte: Haben Sie reserviert? – Nein – Dann kann ich Ihnen den Tisch anbieten … Das war ein quadratischer 8er-Tisch mitten im Raum, umgeben von Paaren und Familien. Gut, das weiß ich und das kenn ich, wie alle Alleinreisenden. Aber bei uns in Guti-Gutshaus hätt’s das nicht gegeben, so eine Platzierung. Da gehen wir sensibler mit dem Gast um und hätten noch was anderes möglich gemacht.

Es hat aber auch nicht an den Tischen gelegen – es war die Stimmung.

Der Waldsee lag direkt vor meinem Fenster. Am Tage hab ich auf die Linien der Enten-Flotte auf dem Wasser gesehen. Das Appartement war gemütlich und das Doppelbett war auch keine Anklage, wie sonst in Hotels, sondern eine Einladung. Ich hab auch gut geschlafen. Abends konnte ich noch auf der Terrasse sitzen – mit Mond überm See und im See und nächtlichen Geräuschen, lange die Kraniche, dann Käuzchen, ein Fischsprung an der Wasseroberfläche und einem die Nacht durchdringenden Vogelruf, den ich nicht kannte … wie Juhu-Juhuuuhuuuhuuu, der über den ganzen See schallte …

 

Heute ist Montag, der 7. Oktober

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Man sollte sich nicht über Dinge ärgern, denn das ist ihnen völlig egal. Euripides

Hol uns rein, wir erfrieren, haben meine Blumen auf der Terrasse gestern gerufen. Die meisten Zimmerpflanzen hab ich über Sommer draußen stehen. Es geht gegen null Grad nachts. Also hab ich wie Goldmarie gehandelt und sie in der Wohnung und – weil da nicht mehr alle Platz haben – im Treppenhaus verteilt …

Dann hab ich mir online schon mal die Speisekarte vom Seehaus am Kreuzsee angesehen. Montag ist Ruhetag! Gut zu wissen, dann esse ich heute Abend woanders. Bei vegetarisch steht unter anderem: Folienkartoffel mit Kräuterquark – das hat Manuel neulich gegessen, als wir in der Fischräucherei in Sietow-Hafen waren, weil die Salzgrotte nur selbstgebackenen Kuchen im Angebot hatte. Sowas würde ich nie essen und ich wüsste auch gar nicht wie – eine Riesenknolle in quark-bekleckerter Alufolie. Wer sich das ausgedacht hat … Pellkartoffeln mit Quark sind doch eine appetitliche Alternative zu dem Monster-Gericht.

Nie stimmt nicht – jedenfalls nicht in Friedenszeiten oder nur bei Hungersnot.

Das Appartement, das ich gebucht habe, hat ein Zimmer mit Doppelbett und eins mit zwei Einzelbetten – und Balkon mit Seeblick. Es liegt auch direkt am See. Es könnten also noch 3 mitkommen … Man kann da nur Radfahren oder Wandern – falls der Fahrradverleih im Nachbardorf noch geöffnet hat. Ich hoffe. Ah, und Paddeln … Ansonsten laufen. Eine neue Sauna haben sie auch da.

Ich komm doch Mittwoch zurück, weil (T)hera Lind grad angerufen hat, und meinen Physio-Termin von Freitag auf Donnerstag getauscht hat, weil ich Freitag in Rostock bin. Manuel hat diese Woche noch Urlaub und wollte mitkommen. Nein, das ist meine private time ganz für mich. Nicht immer nur er und sein Thema, ich hab auch eins, das Reflektion braucht …

Dann tschüss bis Mittwoch!

Heute ist Sonntag, der 6. Oktober

Gestern hatte ich eine schöne Lektion in Vertrauen und Intuition in meiner Hexenküche. Ich hatte am Wegrand zum See – auf der einen Seite Wiese, auf der anderen Wald – Pilze gefunden und mitgenommen. Maronen, auch ein Steinpilz war dabei, und dann welche mit einem rötlichen Stiel, die gut aussahen – Rotfußröhrling hat mir zuhause das Bestimmungsbuch gesagt. Einer war dabei, den konnte ich nicht zuordnen, auch mit Buch nicht. Er sah aber gut aus und roch gut. Ob das jetzt der Indikator für essbar oder giftig ist, ist nicht sicher, aber ich hab gedacht bei Röhrenpilzen kann ich nicht viel verkehrt machen. Lamellenpilze lass ich stehen, bis auf Parasol- oder Schirmpilz und Wiesenchampignons. Aber die wachsen auch an anderen Stellen als die Waldpilze. Also hab ich gedacht, er kann höchstens ungenießbar sein und er kam mit in die Pfanne – und es ist mir sehr gut bekommen.

Der Blick aus dem Schlafzimmerfenster heute morgen ist magisch. Es ist kein See zu sehen, nur Himmel, Nebel und Bäume. Der Nebel hat ihn verschluckt …

Mein Enkelkind hab ich schon losgelassen, bevor ich es zum ersten Mal im Arm halte. Jonte war am 2. schon zwei Monate alt. Ich hab ihn zweimal gesehen … Jeder Baum im Wald ist mir näher als meine Liebsten in WhatsApp World.

Deswegen zieht es mich in die Natur – Seehaus am Kreuzsee für 3 Tage ist Rückzug … Bäume haben mir meinen Kummer genommen, als mir das Herz schwer war, und haben ihn durch ihre Äste nach oben geleitet – da wo alle Liebe zuhause ist, die hier unten kein Bleiberecht hat. Vielleicht bleib ich auch noch einen Tag länger da, bis Donnerstag.

Mein Gott, ist das manchmal anstrengend hier. Das hab ich mir anders vorgestellt – dass ich mit meinem Mann hier leben kann …

Heute ist Sonnabend, der 5. Oktober

Ich möchte keinen einzigen Tag im Leben mehr arbeiten, hab ich gestern gesagt, als Manuel, Lukas und ich bei Janny’s saßen. Das war eine Momentaufnahme, kam aber in dem Moment aus tiefstem Herzen. Ich kann es mir grad sehr gut ohne gut gehen lassen …

Es sind 8 sonnig-klare-kalte Grad. Unten wird der Kunsthandwerkermarkt aufgebaut. Mal sehen, wann die beiden Herren ausgeschlafen und gefrühstückt haben. Für Outdoor-Activities wie Radfahren und um’n See laufen sind die beide nicht geeignet. Zu verfroren, da unpassend angezogen, und keine Kondition. Wahrscheinlich wieder direkt Janny’s …

Aber ich fahr zum Warnker See. Der ist um diese Zeit voll von allen Arten von Enten – tausende, die sich da sammeln. Das ist ein beeindruckendes Bild. Entweder, sie kommen mit, oder hängen ab.

Ich bin allein gefahren – oder besser gegangen. An meinem Fahrrad war die Kette ab und ich bin mit dem Auto bis zum Parkplatz Pension Fledermaus gefahren und hab dann einen ausgedehnten Waldspaziergang gemacht. Lukas ist mit 6 das letzte Mal Fahrrad gefahren, hat Manuel gesagt – und zu Fuß sieht’s mit den beiden auch nicht besser aus.

So schön, der Film – Gut gegen Nordwind … über Zufälle im Leben.

Heute ist Freitag, der 4. Oktober

Manuel war gestern Nachmittag alleine hier, Lukas hatte mit Telefonieren zu tun. Er zieht nächste Woche Donnerstag nach Hagen. Erst waren wir beim Bäcker, dann ist er noch mit hergekommen. Er macht sich Gedanken, wie es bei ihm partnerschaftlich weitergeht. Und wie ist es bei dir?, hat er gefragt. Hast du das Gefühl, dass noch jemand kommt? Ich hab nicht gleich geantwortet und er hat nochmal gefragt. – Ich leb von einem Tag zum anderen und guck nicht, was irgendwann sein wird – erstmal kümmer ich mich um meine Beine und um meinen Zahn … Und dann – das war wie ein Zusatz von oben: Hier wird nur noch ein Mann auftauchen, der genauso Mann ist, wie ich Frau bin … wobei auftauchen eine merkwürdige Formulierung ist.

Heute waren wir zu dritt in der Salzgrotte, Kino haben wir auf morgen verschoben. Es ist Schlafwetter und kalt und ungemütlich – herbstlich.