Heute ist Sonntag, der 29. September

Hallo Andrea, ich wünsch euch einen reibungslosen Umzug und dass alles gut klappt. Ich hab nochmal Guti-Gutshaus-Wochenende und denk an euch! Liebe Grüße Mutti

Danke liebe Mutti, hat alles gut geklappt und wir liegen gerade das erste Mal im neuen Haus im Bett. Die letzte Woche war hart, weil wir meist erst nach Mitternacht ins Bett sind, aber jetzt ist alles durch. Haben leider keine Heizung und kein Warmwasser wegen den Elektrikern.

Aber ihr seid da und habt es geschafft! Heizung und Warmwasser ist wie bei meiner Nachbarin, die umgezogen ist, nur sie ist Mieterin und ihr seid Eigentümer. Das werden die Elektriker ja noch schaffen, bevor es kalt wird. Ich wünsch euch eine besonders schöne erste gute Nacht von vielen in eurem Heim und freu mich mit euch!

Schriftverkehr mit meiner Tochter gestern. Jetzt wohnen sie auf dem Lande – und arbeiten in Rostock.

Happy Birthday! Manuel hat Geburtstag heute, 37 – und dreht sich immer noch im Kreis. Nächste Runde: Abgebrochener Student, 22. Den hat er aus dem gleichen trüben Wasser gefischt, wie alle bisher – Gay Romeo. Ich bin eine Stufe weiter, hat er neulich ganz stolz verkündet. Wohl kaum …

Ich könnt’n ganzen Tag im Bett bleiben bei dem Pieselwetter. Beim Schaumbad eben – um in Gang zu kommen – ist mir eingefallen, wenn ich morgen noch das Seife im Wollmantel-Schulprojekt hinter mir habe, belohn ich mich für 3 Tage Working, 2 davon mit Wochenend-Tarif, mit einer schönen Venus-Statue für’s Bad, die mir schon lange aus dem Schaufenster zulächelt …

 

 

Heute ist Sonnabend, der 28. September

Es war gegen 9. Er kam aus der Westsiedlung und hatte, wie jeden Abend die letzten Tage, seine kleine Freundin – klein im Sinn von könnte seine Tochter sein – mit Baby und Hund nach Hause gebracht. Der Empfang am Hauseingang war ein Rivale, der dort auf sie gewartet hatte und sie zur Rede gestellt hat: Wie lange geht das schon mit euch? Mir schreibst du, du liebst mich, hast meinen Schlüssel und, und, und … Die Schöne tat wortlos unbeteiligt, während er ihr eine Szene gemacht hat. Lars ging rauchend auf und ab und schließlich nach Hause, nachdem der Nebenbuhler noch einen Blumenstrauß aus seinem Auto geholt hatte. Hier, die sollten für dich sein …

Ich hab mir schon gedacht, dass sie ein doppeltes Spiel spielt, hat er gemeint. Der andere hatte schon in Facebook seinen Beziehungsstatus mit ihr gepostet, und sie ein Foto von sich mit einer halben Herzkette um, so eine, wie ich sie von Sigi habe, und die bei mir auf dem Tisch liegt. Die ist von ihrem Opa, hat sie ihm erklärt. Alles klar! Das Einzige, zu dem sie sich herabgelassen hat, war zu sagen: Das mit Dir ist freundschaftlich, Gefühle hab ich für ihn – Lars.

Das muss eine Show gewesen sein, zumal der andere kleinwüchsig ist. Aber er hat Kohle und ein dickes Auto, was ich ihr nicht bieten kann – Lars.

Und das mir, hat er gestöhnt. Ich hätte das ganze Wochenende vögeln können – mit seiner psychotischen Ex – aber nein, ich musste ihr ja schreiben: Es gibt da eine andere … Er gehört auch nicht zu den von Amor Begünstigten – er zieht sowas an, solche Kisten.

Guti-Gutshaus von 16 – 23 Uhr. Je länger ich frei habe, um so weniger Lust hab ich auf Gästebetreuung, obwohl es dann ganz amüsant ist. Bei 3-Gänge-Menü im Plan hatte ich die vage Hoffnung auf einen Koch. Denkste, der Chef hat gekocht. Morgen hab ich die Café-Schicht von 14 – 18 Uhr. Kuchen muss ich selber backen, da Anja mal 3 Tage frei hat.

Meine schönste Oase ist mein Bett, mein Tempel meine Wohnung …

Heute ist Freitag, der 27. September

Gestern hat nach 9 noch das Handy geklingelt, als ich grad beim Einschlafen war. Hat Manuel noch was vergessen? Es war meine jüngste Schwester Tine, die ihre Tochter Steffi vom Bahnhof abholen und vorher noch zu mir kommen wollte. Wir haben uns schon eine Weile nicht gesehen, und so bin ich nochmal aufgestanden …

Als ich nachmittags mit Manuel telefoniert hab – er will jetzt nächste Woche Mittwoch bis Sonntag kommen – hat er nochmal gefragt, ob er Lukas mitbringen kann, obwohl ich schon mal Nein gesagt hab. Zu zweit ist es zu eng hier, das mach ich nicht mehr. Ja, versteht er, hat aber trotzdem ein zweites Mal angefragt. Besuch eigentlich gar nicht mehr mit Übernachtung, da fühl ich mich eingeschränkt. Ich steh oft nachts auf, koch mir einen Kaffee, schreibe, geh auf die Terrasse … Wenn Manuel unten auf der Couch schläft, geht das trotzdem, der schläft wie ein Baby. Also bleibt es bei Nein, obwohl mir Lukas, das wandelnde Evangelium, sehr sympathisch ist … Er liest grad mein Buch, hat mir Manuel erzählt und hat sich gefragt: Was ist das bloß für ein Typ? – Der in M – Liebesgeschichten … Das fragen alle.

Meine Überraschungen kommen schon eine ganze Weile nicht mehr von Amor. Dafür hat sich der himmlische Finanzminister meiner angenommen. Heut war Post im Kasten. Oh, 36 € mehr ab Oktober, das war aber nur die Zwischensumme – auf der Rückseite stand die Nachberechnung für das ganze Jahr. Das ergab eine Nachzahlung von 326 Eus, warum auch immer. Und ab Oktober + 36 …

Das Leben ist geil, sagt Lars. Kann es sein, sag ich – das war der Auftakt unserer Terrassen-Abendunterhaltung heute. Unglaublich, was dann kam …

Heute ist Donnerstag, der 26. September

… und Mittags-Treffen mit Tantchen, die heute hier ihren Doc-Termin hat, steht wieder an. Im Bistro bei Rewe, in der Westsiedlung. Das kann man essen, zumal es nur alle 6 Wochen ist. Sonst achte ich auf gute Kost – auch bei geistiger Nahrung.

Wenn ich auch mal – selten – Phasen habe, wie jeder, der seine Gefühle in Wort, Bild oder Klang ausdrückt, nämlich kein Input von oben, Lesen geht immer, wenn schon nicht schreiben. Anja hat mir neulich ein Buch mitgebracht:

Zusammen ist man weniger allein, Anna Gavalda. Das ist Gourmet-Kost für’s Gehirn. Gibt’s als Buch und Film. Den Titel kannte ich, hab es aber weder gelesen noch gesehen. Über Sommer hab ich mir reichlich Bistro-Bücher einverleibt, in Ermangelung von was Besserem. Dagegen ist das jetzt eine Delikatesse!

Ich hab das Grundsortiment umgestellt: Brot aus „Sonnenblume – Dein Bio-Laden“ und Tomaten aus „Papillon“, dem Lebenshilfswerk-Laden in der Kirchenstraße, direkt neben Christines neuer Adresse. Der Laden ist eigentlich ein Wohn-Deko-Paradies, bietet aber auch Blumen und Gemüse aus eigener Gärtnerei an – regional, saisonal …

Halb zehn: Ich kram schöne alte Erinnerungen zusammen, um mich für das Treffen mit Tantchen zu wappnen. Vorher kommt Christinchen noch, die grad angerufen hat. Beides ist sowas wie Notfallbegleitung, dabei reicht es mal grad für mich selber. Heute gibt’s zwei Suppen – goldgelbe Hokaidosuppe im Kochtopf und gruselgraue Nebelsuppe in der Himmelsküche … Om, alles wird gut!

Heute ist Mittwoch, der 25. September

Um halb 4 bin ich gestern endlich losgekommen, um bei schönstem Wetter um den Tiefwarensee zu radeln. Das sind 10 Kilometer. Ich denk immer daran, dass mein Sohn mal gesagt hat: Wenn ich so einen schönen Radweg vor der Tür hätte, würde ich ihn jeden Tag fahren …

Vormittags hat Lars mir seinen Stick gegeben, auf dem er alles von meinem alten Laptop gespeichert hat. Alles Alte und Überflüssige hab ich großzügig gelöscht, es sind nur meine geschriebenen Worte übrig geblieben.

Dann kam Sigi zum Käffchen, um mir die Sachen zu zeigen, die sie für ihre Enkelkinder Phili wie Collins und Leona, beide fast 4 Jahre alt, gekauft hat. Als sie wieder ging, war es schon 12. Ich häng noch die Wäsche auf und dann fahr ich los, hab ich gedacht. Doch dann hat Christine angefragt, ob ich hier bin, und ist zu ihrer täglichen Einkehr bei mir gekommen, bei der sie sich ihre Sorgen und Nöte vom Herzen redet. Zwischendurch noch ein Anruf von der Schliemann-Schule, um das Seifen-Filzen-Projekt am Montag abzusprechen.

Dann die Seen-Runde und als ich zurück war, hatte mir mein Sohn ein süßes Kurz-Video von Jonti-Mann, so nennt er ihn,  geschickt. Schöne Überraschung! Abends um 7 noch eine Stunde Telefonat mit meiner Freundin Silvi aus Rostock und später noch angeregtes Abendgespräch mit Lars auf Terrasse. So geht es hier meistens zu, wie im Taubenschlag …

Heute ist Dienstag, der 24. September

Gestern stand Kaninchen vor der Tür, mit Rotkohl und Klößen. Das war die in Tupperdose verpackte Einladung zum Sonntagsessen bei Sigi und Wolfgang, nur da bin ich um Eins schon Richtung Guti-Gutshaus gefahren.

Mittags war Christine hier, mit Ohr-Verband nach ihrer OP. Sie haben noch keinen Mietvertrag für die neue Wohnung und folglich kann sie sich noch nirgends anmelden. Sie ist grad dabei, alles zu organisieren. Sie hat noch kein Internet, Heizung und Warmwasser sind auch ausgefallen, die Kinder sind erkältet und ihr Arbeitgeber bzw. die selbsternannte Vize-Chefin, der Drachen, macht ihr das Leben schwer. Sie ist diese Woche noch krankgeschrieben und soll sich eigentlich schonen, ist aber nur am wirbeln und organisieren. Ich müsste Rasen mähen im Garten, sagt sie, das müsste doch gehen, das ist doch leichte Tätigkeit. Nichts im Garten ist leichte Tätigkeit, außer im Liegestuhl liegen, hab ich gesagt, das lass mal schön sein. Ich hab aber noch nichts gemacht heute, hat sie geklagt – Steinbock-Frau. Ich hab heute noch nichts gemacht, außer Waschmaschine anstellen und Blumen gießen, was auch schon mein Tagespensum ist. Du hast schon eine Menge erledigt! So unterschiedlich sind unsere Gemüter.

Aniko hat sich zurückgezogen und trauert um ihr verlorenes vierbeiniges Kind. Sie lässt sich nicht sehen und war immer als Symbiose mit Floydi auf dem Hof. Versteh ich, sie muss sich wie gezweiteilt vorkommen …

Heute ist Montag, der 23. September

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Man kann nicht gut denken, gut lieben, gut schlafen, wenn man nicht gut gegessen hat. Virginia Woolf

Bei mir würde es heißen: Mann kann nicht gut denken, gut lieben, gut essen, wenn man nicht gut geschlafen hat. Gut schlafen ist meine Basis …

Heute koch ich mir die erste Kürbissuppe des Herbstes nach dem Rezept aus meinem Hexen-Kochbuch mit wärmenden Gewürzen. Das heißt gut essen …

 

 

Heute ist Sonntag, der 22. September

Willkommen typografix! Gestern war eine 20köpfige Gruppe da, die ein Seminar und eine Ausstellung dazu hatte. Das ganze Guti-Gutshaus war plakatiert, sogar auf dem Klo und unterm Dach – mit Kunst und Zetteln mit merkwürdigen Angaben. Es ging um Leib oder Körper und männlich und weiblich. Worum genau, hab ich nicht verstanden. Ich fotografier heute mal einen Zettel als Beispiel und schreib nach meiner Sonntags-Café-Schicht, was draufstand …

Ich hatte an 20 Gäste zum Kaffee und gut zu tun alleine. Nebenbei hab ich  auf Wunsch von Anja noch einen Birnen-Schoko-Kuchen für morgen gebacken und war erst kurz vor 8 zuhause. Aus den Zetteln wurde ich auch heute bei genauerem Hinsehen nicht schlau. Ich hätt ja nur mal fragen brauchen … Es ging um gendertypische Merkmale unter der Überschrift Schwarz – Weiß – Grau wie Männlich – Weiblich – Diverse. Passend dazu waren Manuel und Lukas zu einem kurzen Überraschungsbesuch da. Es war ja auch bestes Wetter für sein MX 5-Cabrio.

22. – Die Welt strahlt in so leuchtenden Farben, als wenn alle zusammen wären, die zusammen gehören …

Den Kuchen hab ich nach Gutdünken abgewandelt und statt Ahornsirup mit Birnen-Rosmarin-Gelee überzogen. Vor allem hab ich einen ordentlichen Schuss Rum beigemengt.

22:00 Uhr: Für Aniko war es heute ein trauriger Tag. Floydi, die liebe alte Seele, hat sich verabschiedet. Am Ende des Regenbogens sehe ich dich wieder, hat sie zu den Fotos in WhatsApp geschrieben. Er war wie ein Kind für sie, das sie sich immer gewünscht hat. Nichts vergeht, es wandelt sich nur – hab ich ihr geschrieben. Das Kind wird sie nicht mit Mario haben, mit dem sie zusammenlebt. Nicht, weil er 50 wird, sondern weil sie eine Zweckgemeinschaft sind.

Heute ist Sonnabend, der 21. September

15:15 Uhr Feierabend! 21. und 21 Grad. Mehr fällt mir grad nicht ein … Ach doch, nach Marokko jetzt noch ein Aufruf aus Albanien. Damit bin ich in 12 Ländern vertreten. Das ist eine schöne Flaggen-Parade auf meiner Statistik-Seite!

Ich kann keine Gäste mehr sehen – das ist nicht von mir, obwohl ich auch schon solche Phasen hatte. Die Chefin hat es neulich gesagt, hat mir heute unsere Frühstücks-Fee erzählt. Und das will was heißen. Da ist mir eingefallen, zu mir hat sie auch mal gesagt: Manchmal kann man das doch nicht mehr ertragen, oder? Hotel-Gastro ist auch nicht ihr eigentliches Metier – sie ist Journalistin von Haus aus.

Die Kirchturm-Uhr schlägt 8 mal. Ein Abend wie aus 1001 Nacht …

Heute ist Freitag, der 20. September

Der Himmel hat das gestern wohl gehört und sich umentschieden. Den ganzen Tag war prachtvolles Wetter. Wir hatten noch einen schönen Terrassen-Abend mit Sigi, die hochkam, weil ich ihr gesagt habe, der Kirchturm wird jetzt anders beleuchtet. Nicht mehr mit Strahlern von den gegenüberliegenden Häusern, sondern direkt – das sieht märchenhaft aus. Drinnen und draußen hatte ich Kerzen an – das komm ich mir angucken, hat sie gesagt.

Ich arbeite mich von unten nach oben hoch – gesundheitlich. Hauptfürsorge und Pflege gilt meinen Füßen und Beinen und das macht sich bemerkbar. Danas Podologie-Palast ist die erste Adresse in Waren für medizinische Fußpflege. Das hab ich ihr auch gesagt: Konkurrenz brauchst Du nicht fürchten! Sie ist hier sowas wie Manja Nageltante in Rostock – exquisit! Und Lymphdrainage wirkt jetzt auch nach 4 Behandlungen. Meine Beine nehmen wieder ihre natürliche Form an. 6 folgen noch … Mit Anke war ich gestern nach dem Bäckerfrühstück noch im Sanitätshaus in der Kirchenstraße – da wohnt Christine jetzt – wegen Beratungstermin für maßgeschneiderte Stützstrumpfhosen, die mir die Thera Lind Therapeutin nahegelegt hat. Die haben sie da in 6 herrlich-satten Farben: Blue Groove, Yellow Tune, Violet Sound, Coral Melody, Pink Bass, Green Beat und von allen jeweils noch Batik-Versionen.

Carmen Sternchen, der ich das gestern am Telefon erzählt habe, um mich heute mit ihr zu verabreden, meinte: Die ziehst du nie an – bei der Prozedur, da rein zu kommen. Rausgegangen bin ich da mit einem Beratungstermin für den 1. Oktober und ein paar wunderschönen weinroten halfprice Lack-Strass-Sandalen. Schuhe sind meist bequem oder schön – selten beides. Dieses Paar vereint beides. Das klingt jetzt, als ob ich ein Schuh-Fetischist wäre – es ist nur wegen Guti-Gutshaus …