Heute ist Sonntag, der 3. Februar

„Ich bin enttäuscht“, hat Manuel gesagt. „Warum?“, hab ich gefragt. „Weil es nichts geworden ist …“ Es ging wieder um seine letzte Beziehung. „Ich könnte enttäuscht sein – nach 12 Jahren und der Ernte. Bin ich aber nicht. Ich hab mich gefragt: Was will ich eigentlich von ihm? Was kann ich mir nicht selber geben?“ Und ich hab den Fokus auf mich gerichtet. Von da an wurde es besser …

Das ging nicht von heute auf morgen. Es hat sich entwickelt. Dann kamen wir auf Bedürftigkeit. Was heißt das eigentlich?, hat er gefragt. Bedürftigkeit kommt von Bedarf. Wenn du Bedarf an etwas hast, hast du nicht genug davon. Mangelerscheinungen gleicht man am besten selbst aus …

Heute ist Sonnabend, der 2. Februar

2. 2. Gefühlt Zwei Grad Minus

Als es gestern Morgen um 10 vor halb 8 geklingelt hat, war ich grad mit Zigarettchen draußen. Nanu? Es war eine Zustellerin, die mir durch die Sprechanlage gesagt hat: Ich hab einen dicken Brief für Sie, den krieg ich nicht rein … in den Kasten meint sie. Als ich ihr auf der Treppe entgegen gegangen bin, hat sie mich mit den Worten empfangen: Oje, hab ich Sie aus dem Bett geholt? Nein, ich bin schon wach …

Sie hat mir in der Früh meine Engel-Karten überbracht. Die erste, die von 44 Karten herausgefallen ist, war: Sensibilität. Botschaft: Verstehe, dass du ein wenig dünnhäutiger bist als manch andere Menschen. Gerade das macht auch deine Stärke aus, denn du spürst mehr, und deine Sensibilität hat mit deiner Hellfühligkeit zu tun … Achte einfach nur ein wenig mehr darauf, dass du zu grobe Situationen und Menschen stärker meidest … Durch deine Sensibilität erlebst du alles viel intensiver, aber somit auch die Liebe, die Freude, die Leichtigkeit und all die guten Energien, die dich ebenfalls umgeben. Fokussiere dich einfach stärker auf die zarten Töne deines Lebens und meide alles Laute. Erkenne deine Sensibilität an, denn dann beginnst du, sie als Stärke zu nutzen.

Genau, viele Menschen, laute Orte meide ich, so gut es geht, denn ich saug die Energien auf wie ein Schwamm.

Gleich darunter lag die Karte Partnerschaft …

Heute ist Freitag, der 1. Februar

1. 2.  Allein und zu Zweien – das Datum enthält beides. So leb ich auch zur Zeit …

Gestern hab ich den Abwasch gemacht und meine Ausgaben 2018 für die private Krankenversicherung eingereicht: 3 Arztrechnungen und 6 Rezepte. In den ersten 5 Jahren hier war ich so gut wie gar nicht beim Doc, nur mal für ein Antibiotikum gegen eine besonders hartnäckige Erkältung. Erst in den vergangenen 2 Jahren hat das Formen angenommen, die mir zeigen – hier stimmt was nicht. Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Arztbesuche mögen höher liegen, aber daran mess ich mich nicht.

Als ich mit Manuel telefoniert hab, hat er gesagt, er hat das Gefühl, er muss umziehen und sich nach meiner Nachbarwohnung erkundigt. Im Internet steht sie mit „reserviert“. Er will am Wochenende kommen und wir wollen darüber sprechen. Da kann ich auch gleich das zur Sprache bringen, was uns beide betrifft.

Ich hab nicht ihn in der Wohnung gesehen …

 

 

Heute ist Donnerstag, der 31. Januar

Es wär auch finanziell günstig gewesen, der Einzug bei der Frau, die mit Chirurgie ihr Geld verdient. Mit diesem Gedanken bin ich heute aufgewacht. Wahrscheinlich hab ich wieder was geträumt, wie jede verworrene Nacht, woran ich mich nicht erinnern kann, nur manchmal.

Vor kurzem habe ich im Traum Rainer wieder getroffen, meinen ehemaligen Tanzpartner. Mein Auto hatte eine Panne – in der Nähe von Rostock! – und er kam in die KFZ-Werkstatt. Dann haben wir uns beide wieder verabredet und in der Tanzschule angemeldet. In der Traumdeutung heißt Autopanne Überanstrengung, auch eigenes Versagen, dass einen manchmal verzagen lässt. Man ist nicht mehr mobil und kommt nicht weiter – im Leben. Vor allem aber hat mich das Geträumte daran erinnert, dass ich gerne wieder tanzen würde. Rainer kam nur deshalb darin vor, weil er jahrelang mein Partner auf dem Parkett war. Zum Tanzen braucht man – Mann un Fru …

Heute ist Mittwoch, der 30. Januar

Hier ist heute Ebbe, hab ich Martina gestern geschrieben, nur frieren, müde, traurig. Wenn einen sowas so schlagartig überfällt, sagen sie in den Readings immer, sind es die Gefühle vom Gegenüber, die man fühlt. Keiner weiß es, ob es wirklich so ist … Woher auch.

Ebbe ist nur gut zum Muschelnsuchen, hat sie geantwortet. Für heute wünscht sie mir wieder Flut. Ja, die wird auch wieder kommen …

Eben hab ich mir meine Karten für Februar bei amazon bestellt. Nicht das Thelema-Tarot, das schieb ich immer wieder auf, weil vorher intuitiv andere wichtig sind, diesmal: Himmlische Kraftquellen für jeden Tag. Das sind 44 Schutzengelkarten,  wunderschön in Gestaltung, Botschaft und Farben – die wollen zu mir.

Passend zu den Engelkarten seh ich oben von der Terrasse auf dem Hof ein weißes Herz aus Schnee. Alles andere drum herum ist schon weggetaut … Es sieht aus wie mein Kettenanhänger – nur größer.

Heute ist Dienstag, der 29. Januar

Statt bei Sigi und Wolfgang Outlander gucken, war ich gestern nachmittag outside und hab meiner Schwester in der Tao-Schule unter die Arme gegriffen. Sie ist krank und hat gefragt, ob ich ihr helfen kann: „Du weißt ja, es fällt mir schwer, um Hilfe zu bitten.“ – „Ja, dann ist das eine gute Gelegenheit, das zu üben.“ Ich bin ihre Schwester, und es fällt ihr schwer zu fragen, ob ich ihr mal helfen kann …

In diesen Tagen geht mir viel unsere Freundschaft durch den Kopf – Manuel. Und dass er sehr viel Ähnlichkeit mit Maik hat. Das eine Fundament ist gesprengt, das andere wackelt!

Wie wir wohl Sex mit Liebe gehabt hätten, mit erwiderter …

Heute ist Montag, der 28. Januar

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen verleiht. Molière

Was soll ich jetzt davon halten? So viele Möglichkeiten gibt es nicht. Entweder war es nichts mit Dualseele – oder es kommt noch.

Mein Wohnzimmer sieht aus wie ein Baby-Ausstatter. Ich hab von Nachbarin Christine gleich das ganze Schnäppchen-Gesamtpaket übernommen. Auto-Baby-Schale, Baby-Wiege, Baby-Phone, Babykost-Wärmer, Stillkissen, Milchpumpe – das sind die großen Teile. Dann noch diverse andere Dinge für die Erst-Ausstattung – alles da. Babysachen kommen auch noch dazu. Egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird – sie hat beides abzugeben. „Huuiiii, das können wir gut gebrauchen“, hat Michael geschrieben. Das hab ich auch gedacht, sie haben nur ein Einkommen – seins.

Heute ist Sonntag, der 27. Januar

Eben geh ich mit Zigarettchen auf die nass-kühle Sonntags-Terrasse und was seh ich? Gegenüber brennt Licht! Da bin ich mal gespannt, was sich als neue Nachbarschaft offenbart …

Ich hab grad gedacht, was für ein entspannt-ereignisloses Wochenende das doch ist und wie schön, mal ganz alleine, ohne Manuel. Ausschlafen, frühstücken, baden, und dann Festtagsessen: Gänsebraten bei Sigi und Wolfgang mit dem von Aniko gewonnenen Vogel von der Weihnachtsmarkt-Gänseverlosung. Ich bring den Wein dazu mit. Und auf einmal tut sich was vis-a-vis …

Übrigens, das Seminar, für das ich mich angemeldet habe, trifft zufällig genau auf meine Situation zu. Es heißt: Abschiede und Verlusterfahrungen. Überwiegend sind die Teilnehmer Polizeibeamte – sowie zusätzlich wir vier Notfall-Begleiter.

 

Heute ist Sonnabend, der 26. Januar

Seit ich lesen kann, haben mich Bücher mit Leichtigkeit in ihren Bann gezogen. Das bleibt einem das ganze Leben lang erhalten.

Die Welt, in die ich gerade im ersten von Carlos Ruiz Zafóns Büchern eingetaucht bin, macht mir vielfach mehr Freude als Manuels sich seit Monaten wiederholende Geschichte seiner 36-jährigen Midlifecrisis, in der er die Figuren seiner Partner aus dem Untergrund wieder an die Oberfläche spült und sie wiederkäut, dass ich es nicht mehr hören kann. Vor allem führt es zu nichts. Außerdem hat er seine Sex-Dates wieder aufgenommen, denen er abgeschworen hatte. Ich komm zunehmend schlechter klar mit seiner Lebensweise, hab ich ihm gesagt.

Ich hab schon versucht, die Litanei der gescheiterten Lebenspartner-Entwürfe zu unterbrechen, um mal Abwechslung in unsere Wochenenden zu bringen, doch er kommt immer wieder drauf. So bring ich ihm zum Beispiel Weltliteratur in Form von Verfilmungen nahe, indem ich mit ihm bei Couch-DVD-Viewings einmal Der Graf von Monte Christo und beim letzten Mal Das Bildnis des Dorian Gray geguckt habe. Wobei das Buch nochmal eine ganz andere Köstlichkeit ist als der Film. Von Dorian Gray war er auch begeistert: Das ist mein Thema, jung und schön bleiben, meinte er. Dann guck dir an für welchen Preis …

Das verbindet uns – gescheiterter Lebenspartner-Entwurf. Bei mir in der Einzahl, bei ihm in der Mehrzahl. Dieses Wochenende brauch ich mal Manuel-frei  …

Heute ist Freitag, der 25. Januar

Gestern Abend waren Carmen und Ramona hier. Wir haben uns Essen beim Chini-Mann gegenüber geholt und hatten einen lustigen, gemütlichen Abend. Die Tradition war ziemlich eingeschlafen und wir wollen das wieder aufleben lassen …

Zu dem, was nicht wieder auflebt: Unglaublich, wie stark doch die magnetische Anziehung ist, auch gerade jetzt wieder. Am Tage ist sie nur überlagert, durch Ablenkung, doch nachts im Schlaf, im Halbschlaf und im Traum spür ich sie deutlich – als wenn er mich auf seine Seite ziehen will. Ich kenn das Phänomen zwar, doch jetzt, wo kein Kontakt mehr besteht …? Da ist das der Kontakt, hab ich gedacht. Das kann doch nicht sein. Und trotzdem ist es so …