Heute ist Donnerstag, der 8. August

19:00 Uhr – Mein Kirchturm hat mich wieder und ich ihn. Heut schaff ich nur noch zu schreiben, dass ich wieder da bin. Durch kilometerlange Baustellen auf der Autobahn und Stau umfahren waren es 2 Tage im Bus und das heißt effektiv nur einen Abend und einen ganzen Tag in Prag. Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht mitgefahren. Trotzdem war es schön in dieser herrlichen Stadt, die aber nur die Touristen will und die Busse, in denen sie sitzen, aussperrt. Das wiederum heißt, dass unser Sommer-Bus uns um 9:00 Uhr bis zur Burg gefahren hat und um 16.00 an einer Moldau-Brücke wieder abgeholt hat. Auch zum Brauhaus am Abend – mit der Metro! Kein Rankommen mit dem Bus. Herr Sommer fährt mit Bus und Bahn, hab ich gesagt – na nicht mit Bus, mit Bahn – und kann die Bier-Verkostung mit genießen.

Das Zimmer im Clarion Congress Hotel hatte, anders als Hotelzimmer meistens, richtige Wohlfühl-Atmosphäre und ich konnte bestens schlafen und aus der 6. Etage den Blick in den freien unverbauten Prager Himmel und Nachthimmel genießen. Mein Zimmer 6202 lag dicht in Fahrstuhlnähe – das hatte ich auch schon mal ganz anders – so dass die Wanderungen vor die Tür für Nikotinschübe im Rahmen blieben. Das ganze Hotel hat Offenheit, Freundlichkeit, Großzügigkeit und Glanz ausgestrahlt – und Welt-Flair natürlich. Und – auch zum ersten Mal und sehr erwähnenswert – ein Wasserkocher mit Instant-Kaffee-Sticks und meinem Lieblings-Earl-Grey-Tee …

Als ich früh um 6 mit wirrem Haar und nur mit Kleid durch das Foyer Richtung Rolltreppe und damit Richtung Ausgang zwecks Zigarette geschritten bin – man bewegt sich in so einer Umgebung automatisch majestätisch – saß da ein Mann, den ich nur aus dem Augenwinkel wahrgenommen habe, in Jeans und  rosa Hemd, Haare kurz geschoren, in der Lounge, der sah aus wie … Aber A) hätte er kein rosa Hemd an und B) ist er nicht zur gleichen Zeit am gleichen Ort wie ich.

Ein schönes rotes Portemonnaie hab ich für meine umgetauschten Kronen gekauft – keine Silberkette und kein Tarot oder Tarock, wie es da heißt. Dafür war ich in der Goldenen Gasse Nr. 14 …

Heute ist Montag, der 5. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Und ob alles im ewigen Wechsel kreist, es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist. Friedrich Schiller

Das Foto dazu: Ein Leuchtturm am Meer

Ich hab von Aniko ein schönes Gästebuch für meinen Geburtstag bekommen. Martinas Gedanken fingen an mit: Was für den Stier das rote Tuch, ist für den Gast das Gästebuch … und setzten sich fort: Rosen sind rot, Veilchen sind blau, Anita ist ’ne tolle Frau. Bei meiner Feier haben es nicht alle geschafft, sich einzutragen, und deshalb hab ich es gestern mit nach Rostock genommen, weil ich gesehen habe, dass meine Tochter und Paul auch noch fehlen. Ich hab es in dem bedrückend engen und stickigen Zimmer vergessen, in dem Tamina und noch eine Frau mit Baby lagen …

Die Bettnachbarin von Tamina fragt, ob du ihr eine Schachtel Pall Mall rot für 7 € mitbringen kannst?, hat Michael mir geschrieben, als ich losgefahren bin. Hab ich gemacht – Zigaretten auf die Entbindungsstation mitgenommen.

Jonte ist niedlich und winzig – obwohl 54 cm und 3920 g, doch ich hab noch keine Bindung zu ihm. Ich hab nur mal seine Fingerchen und den Kopf berührt. Ich denk, es ist doch wohl angebracht, der Großmutter mal das Kind in die Arme zu legen. Auf den Fotos hat Taminas Schwester, die einen Tag vorher da war, ihn auf dem Arm gehabt. Ich hab das Gefühl, das ist nicht mein Enkelkind – da stürzt sich ihre große Familie drauf. Bei der Geburt war außer meinem Sohn auch ihre Mutter dabei.

Geburt … die war am 2.8., 22:07 Uhr, mit Kaiserschnitt. Das hab ich gestern erst erfahren. Meine Zweifel, darauf zu vertrauen, dass die Ärzte Mutter und Kind die Zeit zur Geburt geben, die die Natur dafür vorgesehen hat, waren berechtigt. Gleich einen Tag nach dem errechneten Termin sollte sie in die Klinik kommen und das ganze schulmedizinische Programm – Weheneinleitung und weil es dann nicht schnell genug ging – Kaiserschnitt. Bei meiner Nichte Anja vor einem Jahr auch – gleiche Klinik in Rostock. Martina schrieb: So ein frisch gebackenes Baby ist sicher was ganz wundervoll Besonderes, oder? Ja, oder … Es war noch nicht fertig gebacken – zu früh aus dem Backofen geholt! Er hätte noch eine Woche gebraucht. Ich hab es an seinen Händen und Fingern gesehen – wie zerknittertes Papier. Meine Kinder sind beide fertig und glatt und schier geschlüpft

Ich hab Andrea und Paul, die eher gegangen sind, noch runter gebracht und wir haben uns über die Zustände und die Vorgehensweise unterhalten, wie heutzutage der natürlichste Vorgang des Lebens auf Entbindungsstationen verstümmelt wird. Ich hab zuhause gleich gegooglet und von der Zeitschrift Eltern einen kompakten Artikel gefunden: Verdienen Ärzte am Kaiserschnitt? Jede dritte Geburt ist inzwischen ein Kaiserschnitt! Er kostet doppelt so viel wie eine Spontan-Geburt.

Auf dem Nachhauseweg musste ich erstmal auf einem Parkplatz auf der A 20 halten und mit Zigarette – nicht Pall Mall rot – meinen Blick in die weite grüne Landschaft schweifen lassen, um die schlechte Krankenhaus-Aura loszuwerden … Ich war entsetzt, was mit den Frauen gemacht wird und was sie mit sich machen lassen. Doch nicht die jungen Mütter können dafür – Tamina ist 18 und es ist ihr erstes Kind – die Ärzte und das Gesundheitswesen laden hier Schuld auf sich. Meine Tochter hat gesagt: Mutti – bei einer GmbH – was die Klinik ist – kannst du darauf vertrauen, dass sie gewissenhaft profitorientiert arbeiten – zu ihrem Wohl in ihre Taschen. Nix Körperweisheit!

Mögen sie zur Rechenschaft gezogen werden für ihre Frevel …

Heute ist Sonntag, der 4. August

Was kann man mehr, als sich darüber freuen, hab ich heute morgen  – nein, das war jetzt schon gestern um 01:00 Uhr – gedacht, als es mir bewusst wurde? Dankbar sein …

Meine Freundin Dani hat gefragt: Nita, bist du etwa Oma geworden? Unschwer am Profilbild zu erkennen. Ich glaub ja, ich fahr morgen erstmal hin und überzeug mich davon …

Alle Guti-Gutshaus-Gäste übermitteln der jungen Familie und mir ihre herzlichen Glückwünsche!

 

Wisst ihr was Reue ist?
Wenn ihr nicht mehr schlafen könnt und der Schmerz eure Träume fickt. Weil der Fehler bei einem selbst liegt und seit diesem Tag „dieser“ Fehler euer Leben zerstört!
Jeder Schmerz, den ich spüre, ist niemals vergleichbar mit der Reue, dass ich vor der Liebe davongelaufen bin!

Das hab ich gerade zufällig, das heißt von oben geführt, nachts um 2 in facebook gefunden, wo ich nur noch ganz selten bin. Das hat Ilian, mein Geliebter über zwei Spielzeiten bei der Müritz-Saga, gerade gepostet. Ich hab das kommentiert: Ich kann das gut nachfühlen, Ilian. Während ich, deine „Geliebte“ Renate, dich jeden Abend leidenschaftlich auf der Müritz-Saga-Bühne erwartet hat – war ihr Herz bei jemand ganz anderem, von dem sie auch mal gehofft hat, dass er das schreibt, was Du heute schreibst … Das Leben liefert doch wirklich Stoff für Geschichten, von denen keiner glauben würde, dass es sie gibt, wenn er sie nicht erlebt hätte …

Eine hat ihm geantwortet: Vielleicht kannst du ja der Liebe noch nachlaufen? Man kann der Liebe nicht nachlaufen, ohne dass sie sich noch weiter entfernt … Er hatte eine Freundin während der Bühnenzeit, ich weiß nicht, ob er sie meint mit dem, was er schreibt.

Heute ist Sonnabend, der 3. August

Gestern war Maik im Guti-Gutshaus. Nicht er, aber einer, der aussah wie er und so auf mich gewirkt hat, nur er hatte Haare auf dem Kopf. In Begleitung von Frau und zwei Mädchen, die wie Zwillinge aussahen.

Davon hat keiner was mitbekommen, weder er und die Kinder schon gar nicht. Nur die Frau hat mich die ganze Zeit komisch beäugt, dabei hab ich ihn weder angehimmelt, noch war ich aufgeregt. Ich hab nur seine Ausstrahlung auf mich wahrgenommen und sein Gesicht, das mir so vertraut war, dass ich gedacht hab, ich stell meinem Mann das Essen auf den Tisch.

Bei den andern hatte ich das Gefühl, sie gehören nicht zu ihm. Er wirkte so, als würde er alleine am Tisch sitzen und nur für sich bestellen. In sich und im Stuhl versunken, als würde ihn das alles nichts angehen – Familienvater mit Frau und 2 Kindern.

Heute hat das Morgenglockenläuten einen besonderen Klang und mir laufen die Tränen vor Freude. Gestern Abend um halb eins hab ich ein Foto von einem kleinen Engel bekommen und mein Sohn hat geschrieben: Um 22:07 Uhr war es endlich geschafft!

Ist der schön, euer Sohn, unser Jonte! Ich wollte gerade ins Bett gehen. Ich umarm euch von hier mit meinen herzlichsten Grüßen und Glückwünschen! Schlaft gut nach allen Strapazen. Der kleine Stern ist geboren und leuchtet! Tamina wird am meisten erschöpft sein, sie hat es geschafft!

Das war meine Antwort – und noch eine: Du bist VATER, wo es noch nicht so lange her ist, dass ich Mutter wurde, auch so eines prächtigen Sohnes. Ich freu mich so!

Gott, der ist ja voll niedlich! Wie schaut es aus, kommst du nach HRO? Das hat meine Tochter heute morgen geschrieben, nachdem ich ihr gestern Abend noch die Neuigkeit verkündet habe: Meine liebe Andrea, wir sind Oma und Tante! Wisst ihr bestimmt schon, aber von mir nochmal. Liebe gute Nacht!

Ja, ich fahr morgen hin, um das Glück in die Arme zu nehmen. Als wenn es so sein sollte, hab ich morgen frei …

 

 

Heute ist Freitag, der 2. August

Das war eine schöne Gemeinschaft, gestern Abend im Guti-Gutshaus, und ansteckend fröhliche Stimmung. Fremde Leute haben sich zusammengesetzt und sich unterhalten. So ein Frauen-Paar, Paar wie Liebespaar, das sich zu unseren beiden Schweizer Gästen gesetzt hat. Eine Frau war mit ihren alten Eltern da und sie waren auch begeistert. Sind Sie die Besitzerin?, haben sie mich gefragt. Nein … Das werd ich öfter gefragt und Anja auch. Das wirkt wohl so, weil wir uns so engagieren, weit über das normale Maß hinaus. So haben wir gestern im Anschluss noch Lamm-Eintopf eingeweckt, den Anja vorher gekocht hatte. Dadurch war ich um halb eins zu Hause und meine schöne Contenance war dahin. Es ist einfach zu viel körperliche Anstrengung und fast unmöglich, zu zweit den ganzen Laden zu schmeißen, während die Chefs noch in Urlaub sind …

Zu den Schweizern hab ich gesagt: Heute ist der Nationalfeiertag der Schweiz, hab ich im Kalender gesehen und überlegt, was mir zu Schweiz einfällt: Schweizer Käse, Schweizer Garde, Schweizer Nummern-Konto … Sie haben gelacht und es ergänzt: Schweizer Uhren, Schweizer Schokolade, Schweizer Taschenmesser und, und, und … Alle haben über alles gelacht, was ich gestern gesagt habe, ohne dass ich es bewusst witzig gemeint hab.

Ist das aufregend, ich werd grad Großmutter, hab ich verkündet, als ich von einer kurzen Pause wieder rein kam. Im Ernst? Na, das denk ich mir doch nicht aus! Alle haben regen Anteil genommen und sich mit mir gefreut und meinem Sohn und Tamina alle lieben Wünsche übermittelt! Das war ein schönes, verbindendes Gefühl. Einer der Gäste, der heute 70 wird, und dessen Frau mich beiseite genommen und gefragt hat, ob wir einen schönen Geburtstags-Tisch mit Kerze und Blümchen zum Frühstück arrangieren können, meinte: Das wird bestimmt ein Doppel-Geburtstag und hat sich gefreut.

Die Frau, die mich gefragt hat, ob ich die Chefin bin, meinte: Man merkt, dass Ihr das mit Herzblut macht! Zur Zeit mehr mit Blut als mit Herz, hab ich bei mir gedacht. Doch das positive Feedback von allen lässt die enorme Anstrengung fast vergessen …

Heute ist Donnerstag, der 1. August

Damit ist klar, dass Jonte ein August-Löwe wird, die Frage ist nur, wann …

In den 2 freien Tagen gestern und vorgestern hab ich mich soweit erholt, dass ich für die nächsten 5 Tage Guti-Gutshaus am Stück gewappnet bin, vor allem mit Prag als Lichtblick nächste Woche. Heute Treffen mit Tantchen zum Mittagessen und ab 17 Uhr wieder Gäste bedienen.

Als ich am Montag die Kaffee-Schicht hatte, ist ein Paar aus Potsdam angereist, von dem er der Wortführer war und mir beim Kaffeetrinken in sehr unangenehmer Weise im Schnelldurchlauf seinen gesamten Lebenslauf einschließlich Anamnese und beruflichem Werdegang sowie Familienkonstellation geschildert hat. „Ich arbeite ja noch 3 Tage – als Taxifahrer – und dann kommt man nach Hause und kriegt nicht mal ein Lächeln.“ Das sagt er mir – einer fremden Person, in ihrem Beisein! Sie saß die ganze Zeit mit gequältem Blick dabei und fuhrwerkte mit der Hand an ihrem Blusenausschnitt rum, als wenn sie keine Luft mehr kriegt, und zuckte nur mit den Schultern … Ah, da kommt Steffen, unser Hausmeister, den muss ich was fragen … Damit bin ich aufgesprungen und hab die erdrückende Situation fluchtartig verlassen. Deshalb fahren sie zweimal im Jahr in Urlaub, hat er noch gesagt. Wie, um das fehlende Lächeln auszugleichen? Ich wollte erst noch eine Bemerkung machen – dann könnte er ja mal für ein Lächeln sorgen – hab es aber sein gelassen. Sinnlos, hab ich gedacht.

 

Heute ist Mittwoch, der 31. Juli

Die Erfüllung ist vergleichbar mit dem Bild des Leuchtturms, der einem das Ziel im Leben zeigt und den Weg dorthin weist. Selbst, wenn nicht jeder ihn erreicht, so kommt am Ende doch jeder in seine tröstliche Nähe und kann in Frieden gehen … Das hab ich schon mal geschrieben, ich hab es in einem Buch gelesen. Mir hat sich das Bild eingeprägt, weil ich es sehr schön finde.

Bis jetzt noch kein Baby-Zeichen von Michael und Tamina und Jonte …

Mein Leuchtturm ist der abends beleuchtete Kirchturm. Er steht nur 100 m Luftlinie von mir entfernt und ich kann ihn in einer Minute zu Fuß erreichen. Das ist in sehr tröstlicher Nähe. Ich musste im vergangenen halben Jahr eine Entscheidung treffen, nachdem sich alles so entwickelt hat. Ob ich mich nochmal auf die Suche machen oder allein bleiben will. Die war nicht ganz einfach, aber dann um so klarer.

Er passt überhaupt nicht zu meinen Vorstellungen, Ansprüchen und Wünschen, dass ich ihn komplett übersehen hätte, wenn er mir auf anderen Wegen im Leben begegnet wäre, zum Beispiel als Patientin, als über meine Kontaktanzeige – die auf Sex abzielte. Gottes Wege sind unergründlich …

Heute ist Dienstag, der 30. Juli

Neumond im Löwen 01.08. – Die Befreiung des „Gehängten“! Das ist ein tolles Video von Heart&Soul Readings auf Youtube, das ich mir eben angesehen habe, morgens um 6. Das werden immer weniger Videos, die ich gucke …

Heute frei und morgen frei und übermorgen … wieder? Nein, aber zwei freie Tage, sind auch schon ein Geschenk, das überraschend kam. Tamina soll heute um 12 in die Klinik kommen. Mal sehen, was passiert …

Hey Mutti, sorry für die späte Rückmeldung, aber wir sind gerade ganz schön im Stress, da Tamina ganz schön geschlaucht ist mittlerweile. Beim CTG war heute aber alles gut. Morgen um 12 soll sie in die Klinik und dann gucken wir weiter … hat mir mein Sohn gestern Abend geschrieben. Ich vertrau darauf – was mir nicht ganz leicht fällt – dass die Ärzte die Geburt nur einleiten bei Gefahr für Mutter und Kind. Das wär kein guter Start für den Knirps.

Alles Liebe für Tamina, für dich natürlich auch und Jonte, aber sie macht die Arbeit. Eine Geburt entspricht der Leistung einer Bergbesteigung, ich weiß nicht mehr, ob 5- oder 8-Tausender. Das hab ich ihm heute geschrieben. Und: Bei Andrea, seiner Schwester, war 1.11. Termin und es ist der 9.11. geworden. Bei ihm weiß ich es nicht mehr genau, glaube aber, es war ziemlich pünktlich – 12.9.

Eben hab ich den Plan ab 5.8. bekommen. Das ist schön übersichtlich – nur noch 3 Guti-Gutshaus-Tage in der Woche!

20:04 Uhr – Nieselregen fällt auf meine Sommerbräune, während ich auf der Terrasse die Abkühlung genieße und denke, was kann es Schöneres geben, als der Erfüllung so nahe zu sein – außer der Erfüllung selbst. Nebenan geht immer die Tür auf und zu und Lars kommt raus und geht wieder rein. Er ist ein schwacher Mann – optisch nicht, aber ich hör es in seinen Bemerkungen. Er sieht sich als Opfer. Die Frauen versetzen ihn – auf Arbeit wird er ausgenutzt. Du wolltest dich doch diese Woche krank schreiben lassen, hab ich zu ihm gesagt. Nö, ich nehm die Zuschläge – heißt Nachtzuschläge – noch mit, du weißt ja, ich hab eh schon zu wenig Geld. Typische Mangel-Mentalität …

Martinas Geburtstags-Geschenk bestand aus vielen einzelnen Rosen-Geschenken, darunter sogar eine schöne schwarze Strumpfhose mit Rosen! Und einer Flasche Mille Fleurs Rosenblüte – die wollte ich zur Ankunft von Jonte trinken. Das mach ich heute – im Vertrauen, dass die Ärzte des Südstadt-Klinikums in Rostock, in dem meine beiden Kinder geboren sind,  1980 und 1993, ihm die Zeit geben, die er für richtig hält – und nicht die Geburt einleiten, nur, weil es einen Tag drüber ist.

Das Schicksal bietet uns immer 2 Wege  an – den, den wir gehen sollten, und den, den wir dann gehen … Ich les die letzten Kapitel von Shantaram – ein ganz außergewöhnliches Buch über Männlichkeit, Kraft, Mut, Stärke, Ideale, Moral, und OK – organisierte Kriminalität ….

Heute ist Montag, der 29. Juli

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Das Leben besitzt so viel Positives, dass Pessimisten ganz mutlos werden könnten. Laurence Sterne

Das Positive ist zur Zeit, dass keiner frieren muss, wenn man der Hitzewelle was Gutes abgewinnen will. Heut nochmal 30 Grad, ab morgen sind dann 5 Grad weniger angezeigt, und dann bis Freitag je ein Grad weniger von Tag zu Tag. Das war dann einschließlich heute eine Woche Hitze durchgängig am Stück.

Lieber Gott, was immer du da draußen kochst: Es ist gar!

Wie ich die heiße Kaffee-Schicht überstehen soll, weiß ich noch nicht …

Tamina hat heute Entbindungstermin. Ich glaub ja, dass Jonte noch abwartet …

Morgen Mäßigung auf dem Thermometer wird stressfreier für Körper und Geist!

3 Glücksmomente heute:

Nach Feierabend um 7 bin ich gleich da zum See gefahren. Das war herrlich, die Abkühlung – Nr. 1.

Nr. 2 – Beim Schwimmen ist ein Kranichpaar über mir gekreist und

Nr. 3 – ein Stück weiter ist ein Silber-Reiher im Wasser gelandet und stand da die ganze Zeit. Er heißt zwar Silber-Reiher, aber sein ganzes Gefieder ist schneeweiß. Das sah prächtig aus!

Auf dem Feldweg zurück stand noch ein Rehbock im Getreidefeld gleich neben dem Weg. Das seh ich auch nicht alle Tage. Herrliche Natur und ein herrlicher Sommerabend. Um 9 war ich zu Hause, nachdem ich es kurz vor knapp noch zu Netto geschafft hab – bis 21:00 Uhr geöffnet – und mit den letzten Tropfen Reserve zur Tanke.