Heute ist Donnerstag, der 30. Mai

… draus wob die braune Heide sich ein Gewand gar fein und lädt im Festtagskleide zum Maientanze ein … Das Volkslied hab ich im Kopf: Nun will der Lenz uns grüßen. Woher nur – wegen Hochzeit, wegen Herrentag? Wahrscheinlich weil ich dachte, der Text ist aus Komm lieber Mai und mache …

Was machst du heute Schönes?, hab ich Lars gefragt, nachdem ich ihm einen schönen Herrentag gewünscht habe. Was soll ich machen? Mit deinen Kumpels treffen! Die saufen doch eh nur alle, von daher ist es ein Tag wie jeder andere. Nur, dass ich frei hab … Bei mir ist kein Tag wie jeder andere. Die Sonne scheint, es ist Feiertag und auch, wenn ich ihn im Guti-Gutshaus feier, ist er doch herrlich!

Ab 13:30 Uhr Nachmittags-/Spätschicht …

Nach über 9 Stunden und Feierabend sieht der Tag nicht mehr ganz so herrlich aus. Anja ist deutlich überlastet, davon bekomm ich viel ab. Das hat sie wohl gemerkt und gefragt: Sag mal, nerv ich manchmal? Nein – das war nicht gelogen. Ich kann es ausblenden … Die Musik, die da manchmal dudelt, ist auch grenzwertig. Eine gute Gelegenheit zu üben, Zustände auszuhalten. Das war wohl heute für alle nicht der beste Tag. Obwohl die Zeit knapp war, bin ich vormittags noch meine Seen-Runde gefahren. Ob morgen auch, ist fraglich.

Dafür Überraschungsbesuch von Martina mit Wolfgang im Guti-Gutshaus-Cafe. Das war eine schöne Erfrischung!

Heute ist Mittwoch, der 29. Mai

4:44 Uhr – Kaffee mit Sonnenaufgang auf der Terrasse. Halb in Gedanken noch bei der Hochzeit mit vielen schönen Eindrücken und tollen jungen, engagierten Leuten, ihren Freunden – Studenten, Musiker, Fotografen – halb schon wieder im Alltag. Alles Liegengebliebene wie Wäsche, Abwasch und Einkauf erledigen und – inspiriert durch den Wochenspruch Blick in die schöne Natur – nicht nur Zeit für Guti-Gutshaus und Arbeit, sondern auch genug für Muße und Erholung integrieren.

Die freie Trauung – das heißt, nach der standesamtlichen durch den besten Freund des Bräutigams – war sehr berührend. Ich hatte Michael und Tamina schon auf der Hinfahrt erzählt, dass die beiden mal eine schwere Zeit hatten, in der Steffi während der Trennung von ihm alles hin geschmissen hat, inklusive Studium, und völlig abgestürzt ist. Bei der zweiten Trauung direkt am Ufer der Spree haben sie jeder dem anderen und den Gästen die Zeit, seit sie sich kennen, aus ihrer Sicht geschildert. Und auch diese Phase nicht ausgelassen. Es war von beiden Seiten eine Liebeserklärung, die zu Herzen ging. Da blieb kein Auge trocken. Wir alle, die wir sie kennen und gern haben, haben mit ihnen gefühlt – Familie und Freunde.

In seiner Rede hat er auch gesagt: Ich danke Steffi für ihr Verständnis. Ich bin oft monatelang unterwegs und sie sagt: Mach, was dich glücklich macht! Es war auch lustig: Durch meine Frau hab ich gelernt, dass es nicht Kloppos und Lengos heißt, sondern Menschen mit Lernschwierigkeiten. Steffi hat Rehabilitations-Pädagogik studiert.

Es war ein verbindendes Gefühl zwischen allen Gästen, eine schöne Zusammengehörigkeit zur Feier des Glücks.

Aus der Rede von Steffi: Max ist der schönste Mann der Welt für mich …

23:00 Uhr Feierabend!

Heute ist Dienstag, der 28. Mai

Gestern Abend auf der Terrasse hab ich gedacht: Es ist Mai, der ist dies Jahr komplett spurlos an dir vorüber gegangen. So war es noch nie.

Was machst du am Wochenende? Was machst du Pfingsten? Die Antwort ist immer dieselbe: arbeiten – arbeiten, arbeiten, arbeiten …

Mein Nachbars-Mann Lars macht eine Woche blau mit gelbem Schein. Ich hab erstmal geschlafen, hat er gesagt, der Körper holt sich, was er braucht. Wo es möglich ist, hab ich in Gedanken ergänzt …

Dieses Jahr ist alles anders. Das war heute sage und schreibe die erste diesjährige Radtour um den Tiefwarensee, so spät wie noch nie. Eigentlich gestern schon, aber da war hinten der Reifen platt nach Überwinterung im Keller. Von Couching wird’s nicht besser, hab ich mir gesagt und mich endlich aufgerappelt. Wenn’s jetzt nichts wird, dann wird es nie was. Der Anfang ist gemacht!

Zum Herrentag kommt Manuel …

Denkste, Manuel wollte kommen. Wie hab ich grade geschrieben? Arbeiten, arbeiten, arbeiten – morgen ab 17 Uhr, Donnerstag ab 14 Uhr und Fr/Sa nach Bedarf …

Heute ist Montag, der 27. Mai

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Blick in die schöne Natur und beruhige dein Gemüt! Ludwig van Beethoven

Die Hochzeit hat mir vor Augen geführt, wie es bei mir aktuell aussieht mit gelebter und erlebter Liebe, und ich kann nichts weiter tun, als das anzunehmen, wie es ist.

Auf der Feier haben wir uns ausführlich unterhalten – meine Kinder mit ihren Partnern und ich. Mein Schwiegersohn Paul hat von ihrem Stress beim Hausausbau berichtet, der Unzuverlässigkeit der Firmen und Nichteinhaltung der Angebote.

Meine Tochter hat, wie ich sie überhaupt nicht kenne, eine pessimistische Weltsicht vertreten: Das Leben ist langweilig, es könnte zu Ende sein. Ich latsch jeden Tag zur Uni … Oder bei dir, Mutti … Sie wollte fortfahren, doch ich hab sie unterbrochen: Ich hab zwei prächtige Kinder – das war nicht das beste Argument, denn sie hat noch keine und mein Sohn, der im Juli Vater wird, meinte im Auto, das wird auch nichts mehr – doch mir war wichtig, das anzuführen, sie sind ein Großteil meines Glücks. Also, ich hab zwei prächtige Kinder, ich hab ein Buch geschrieben, und ich hab mein Guti-Gutshaus …

Sie hat mal gesagt: Mutti, ich will immer einen Plan B in der Tasche haben, wenn Plan A nicht mehr funktioniert. Daran werde ich sie erinnern, das fiel mir nur nicht gleich ein.

Beim Brautstraußwerfen sollte ich mich dazustellen, hat sie gedrängt. Nein, keine Diskussion!

Heute ist Sonntag, der 26. Mai

Ich schreib morgen … das waren so viele schöne Hochzeitseindrücke und Momente gestern und heute. Das Brautpaar, jetzt Ehepaar, kennt sich seit 10 Jahren, davon waren sie 2 Jahre getrennt und keiner von beiden hat geglaubt, dass sie wieder zusammen kommen. Während der freien Trauung und der ganzen Feier am Ufer der Spree hab ich gedacht: Es wird zusammengefügt, was zusammengehört …

Ich hab LIEBE gewählt – für Europa!

Die Liebe ist stärker als das Böse und die Liebe muss die Welt regieren! Das steht im Parteiprogramm. Mein Kreuz auf dem Stimmzettel stand unter dem Eindruck der erlebten Liebe an diesem Wochenende. Ich wusste bis heute nicht, dass es die Partei überhaupt gibt. Liebe lebe hoch!

Der Eröffnungstanz des Brautpaars war aus meiner tanzschultechnischen Sicht nicht vollkommen, aber vollkommene Umsetzung von Liebe in Tanz. Zuhause hab ich mir Youtube-Videos angesehen: Safe the last dance for me … und hab dabei gefunden : Sarah Mclachlan – In The Arms Of The Angel – und bei 0:59 ist M. Rice im Video aufgetaucht – das ist phonetisch sein Name …

Während das geschieht, hält mir Lars vernichtende Vorträge über die Welt. Ich hab ihm Kuchen mitgebracht, weil noch so viel übrig war.

Margret Marincolo bemüht außer Tarot auch die Lenormand-Karten:

Du willst wissen, wann ich endlich auf der Matte stehe. Vor Deiner Türe. Mit einer Rose in der Hand? Sie kann besser triggern als Maik selbst …

Heute ist Sonnabend, der 25. Mai

Eine Ehe ist wie Haarspray: Guter Halt, ohne zu kleben. Am besten von den ganzen Sprüchen gefällt mir noch: Für eine gute Ehe gibt es einen sehr einfachen Maßstab – man ist dann glücklich verheiratet, wenn man lieber heimkommt als fortfährt. Ich glaub, den schreib ich auf die Karte.

Muss man da was Besonderes anziehen?, hat mein Sohnemann noch gefragt. Na, das ist schon ein festlicher Anlass, du musst nicht unbedingt das T-Shirt anziehen, in dem du zum Geburtstag von Taminas Mutter gefahren bist … grau-grün schlammig.

Meine Verkoster-Funktion im Guti-Gutshaus hat sich trotz viel Bewegung auf die Hüften gelegt. Ich hoffe, mein Kleid passt mir noch, ohne dass ich aussehe wie eine Guts-Leberwurst. Stunde der Wahrheit …

12:30 Uhr ist geplante Abfahrt – 16:00 Uhr Freie Trauung

 

Heute ist Freitag, der 24. Mai

Ich hatte ’n teuren Parkplatz heute bei Martina in der Blücherstraße in Rostock. Ich hab da geparkt, wo immer parke – nur diesmal mit schriftlicher Zahlungsaufforderung in Höhe von 15 €.

Bei Martina war es schön und bei Manja war es schön und mit Martina bei Manja war es schön. Sie ist mitgekommen und hat während meiner Behandlung liebenswerterweise meinen schönen roten Lochmuster-Rock genäht, mit dem ich gestern Abend in unserer kleinen Küche an einer Kiste hängen geblieben bin.

Zum 6-Uhr-Glockenläuten hatte ich meinen heimatlichen Kirchturm wieder erreicht und war froh darüber. Lars, der mich empfangen hat, hat sich gewundert: Ich denk, ich hab sturmfrei dieses Wochenende … Ab morgen erst! Ach ja, stimmt ja. Na, wir seh’n uns nachher bestimmt noch …

Zum Abendbrot gibt’s Wiener Saftgulasch – na, woher wohl? – mit Guti-Guts-hausgemachten Bandnudeln – gleich kalt aus dem Kühlschrank. Dann schön entspannt Abendterrasse mit Maien-Höhen-Luft und in vino veritas.

Oh Mann, grad hab ich mit meinem Sohn telefonisch abgesprochen, wann er morgen mit Tamina hier ist, um mich abzuholen, da ruft er nach zwei Minuten nochmal zurück und fragt: Äh, hast du irgendwie … ein Geschenk? Ja, hab ich. Und was?, wenn man fragen darf. Martina hat – wieder liebenswerterweise – das Datum der Hochzeit – 25.5.2019 – in Scheinen gefaltet zu Herzen, Fisch, Boot und Glücksschwein und die 9 als Münz-Ausrufungszeichen aufgeklebt. Das sieht sehr dekorativ aus. Habt ihr eine Karte?, hab ich schon was ahnend gefragt. Eine Karte? – Ja, so wie es Geburtstagskarten gibt, gibt es auch Karten zur Hochzeit. Mann-oh-Mann … Ich hab noch eine.

Tamina ist erschöpft! Geburtstermin 29.7. – Dann wird’s leichter, hab ich versucht zu trösten. Ja – und durch schlaflose Nächte abgelöst, ergänzt mein Sohn.

22:33 Uhr Mir, der Hohepriesterin der Worte, fällt kein Text für die Hochzeitskarte ein. Absolut gar nichts. Viel Glück für Eure gemeinsame Zukunft!?

Heute ist Donnerstag, der 23. Mai

Die eine Spätschicht heute ab 15 Uhr passt überhaupt nicht ins Konzept der Woche mit Fußpflege, Nageltante und Frisör. Ich bin erst spät zu Hause und will morgen früh gleich nach Rostock fahren. Dafür ist Juni Rostock-free, Manja hat Urlaub und ich hab mir hier eine Vertretung gesucht, die am 18. Mai gerade ihr Nagelstudio eröffnet hat und sehr gute Bewertungen aufzuweisen hat, aus ihrer Zeit in Heimarbeit.

Gestern hab ich Hotel Nest in Berlin angerufen und nach Kartenzahlung, Frühstück oder wenigstens Kaffee gefragt – 3 mal Nein. Dafür Gropius-Passagen 5 Minuten entfernt …

Die Spätschicht alleine reicht schon, doch vorher war ich noch 3 Stunden mit Christine und Frankie unterwegs. Sie hat Therapie-Sitzungen eine Stunde außerhalb von Waren, weil sie selbst im Therapeuten-Milieu arbeitet und deshalb lieber Auswärts-Sitzungen vorzieht. Ich bin in der Zeit Babysitter für die Kleine und zusätzlich, während einer Stunde Hinfahrt und einer Stunde Rückfahrt, selbst Psychologische Beraterin für den Alltags-Krieg einer Mutter von  zwei kleinen Kindern mit Beziehung-Zoff. Danach bin ich ziemlich geschafft. Eine Stunde Pause, dann Guti-Gutshaus …

Erst ziemlich geschafft und jetzt ganz geschafft. 23:00 Uhr Feierabend und fast halb zwölf zu Hause. Und morgen früh gleich wieder nach Rostock …

Heute ist Mittwoch, der 22. Mai

Gestern Füße – heute hätte ich um 8 Frisör-Termin, also in 10 Minuten. Zum Glück hat Ria gestern angerufen und gefragt, ob ich lieber den 10-Uhr-Termin möchte, denn die lebensgeister-weckende Waldmeister-Wirkung hat bis nachts um 3 angehalten.

In meinem keltischen Pflanzenorakel Zauberhafte Devas ist Waldmeister auch vertreten. Über die grüne Karte hatte ich mal geschrieben – darauf ist die nackte Fee in einer eindeutigen Stellung abgebildet. Der Text darunter: Lasse dich verzaubern und erkenne, dass das Unsichtbare genauso wirklich ist, wie das Sichtbare … Das erkenne ich jeden Tag – das ist das, worüber ich hier schreibe. Wenn es auch nach außen unsichtbar ist, fühle ich es innerlich genauso wirklich. Nur fühle ich mich in eine Standuhr verzaubert …

Ich seh mir auch die anderen an, die im Google-Ranking vor mir stehen. Gestern, in der Waldmeister-Nacht, war das: Blog – Dualseelen und Seelenpartner – Margret Marincolo. Neben ihren vielfältigen Inhalten zieht sie jeden Tag auch eine Tarot-Karte, die sie mit ihrer eigenen Deutung versieht und die die Überschrift trägt: Lernaufgaben für Dualseelen – Was sagt dir deine Dualseele/dein Seelenpartner durch die Karte „Zehn der Münzen“ im Tarot? Das ist die von heute.

Aus rechtlichen Gründen zitiere ich das nicht, nur, was bei Google unter ihrem Blog erscheint. Geliebte: Ich falte meine Hände und ziehe mich zurück. Deine Gefühle sind zu laut. Deine Gedanken jagen mich wie hungrige Moskitos … 4 der Schwerter ist die von gestern. Was harmlos anfängt, steigert sich noch erheblich … Als ich 3 davon gelesen hatte, hab ich gedacht: Hier kannst du jeden Tag mittels Lernaufgabe eins auf den Deckel kriegen, wenn du das willst. Und an ihn gerichtet: Ist das so, denkst du so von mir?

Eine – Königin der Kelche – vom 15. Mai – die ist wirklich schön. Bei allen anderen denke ich, gut, dass ich mein Schwert niedergelegt habe. Alles, nur das nicht mehr, was mal war – wo einer Feuer und Flamme ist und der andere auf der Kegelbahn in seinem Kopf alles umhaut. Niemals mehr werde ich mit einem Mann so dahin vegetieren.

Der Abendhimmel sieht herrlich aus, der Sturm hat sich gelegt …

Heute ist Dienstag, der 21. Mai

Im Vergleich zu letzter Woche ist diese trubelig. Gestern war meine liebe Kollegin Anja hier und hat mir Bauernhof-Eier und Waldmeister gebracht. Komm, ich zeig dir meine Schatz-Insel, hab ich sie begrüßt. Ich will alles sehen, hat sie gesagt – alles, was sie bisher nur vom Erzählen her kannte. „Genauso hab ich mir deine Wohnung vorgestellt“, war ihr erster Satz im Wohnzimmer, „ich hab zu Ralph gesagt, Anitas Wohnung ist bestimmt ganz bunt und farbenfroh.“ Sie war begeistert …

Dann war ich eben 4 Stunden bei Dana und Praxis-Team, mir meine Füße inklusive Lack verschönern lassen – wie neu geboren! Ich hatte Kartoffelsalat gemacht, die frischen Eier von gestern dazu gekocht und wir hatten eine schöne familiäre Mittagspause zu sechst an meiner Wirkungsstätte, bevor Guti-Gutshaus kam.

Den gebündelten Waldmeister hab ich in Weißwein getaucht, drei Stunden ziehen lassen und jetzt zum Glockenläuten lass ich mir die Sinne berauschen – das ist nämlich seine Wirkung. Und er weckt die Geister – und damit auch die Lebensgeister. Ein idyllischer Abend – mit Dachterrasse und Kirchturm …