Heute ist Montag, der 28. Januar

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen verleiht. Molière

Was soll ich jetzt davon halten? So viele Möglichkeiten gibt es nicht. Entweder war es nichts mit Dualseele – oder es kommt noch.

Mein Wohnzimmer sieht aus wie ein Baby-Ausstatter. Ich hab von Nachbarin Christine gleich das ganze Schnäppchen-Gesamtpaket übernommen. Auto-Baby-Schale, Baby-Wiege, Baby-Phone, Babykost-Wärmer, Stillkissen, Milchpumpe – das sind die großen Teile. Dann noch diverse andere Dinge für die Erst-Ausstattung – alles da. Babysachen kommen auch noch dazu. Egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird – sie hat beides abzugeben. „Huuiiii, das können wir gut gebrauchen“, hat Michael geschrieben. Das hab ich auch gedacht, sie haben nur ein Einkommen – seins.

Heute ist Sonntag, der 27. Januar

Eben geh ich mit Zigarettchen auf die nass-kühle Sonntags-Terrasse und was seh ich? Gegenüber brennt Licht! Da bin ich mal gespannt, was sich als neue Nachbarschaft offenbart …

Ich hab grad gedacht, was für ein entspannt-ereignisloses Wochenende das doch ist und wie schön, mal ganz alleine, ohne Manuel. Ausschlafen, frühstücken, baden, und dann Festtagsessen: Gänsebraten bei Sigi und Wolfgang mit dem von Aniko gewonnenen Vogel von der Weihnachtsmarkt-Gänseverlosung. Ich bring den Wein dazu mit. Und auf einmal tut sich was vis-a-vis …

Übrigens, das Seminar, für das ich mich angemeldet habe, trifft zufällig genau auf meine Situation zu. Es heißt: Abschiede und Verlusterfahrungen. Überwiegend sind die Teilnehmer Polizeibeamte – sowie zusätzlich wir vier Notfall-Begleiter.

 

Heute ist Sonnabend, der 26. Januar

Seit ich lesen kann, haben mich Bücher mit Leichtigkeit in ihren Bann gezogen. Das bleibt einem das ganze Leben lang erhalten.

Die Welt, in die ich gerade im ersten von Carlos Ruiz Zafóns Büchern eingetaucht bin, macht mir vielfach mehr Freude als Manuels sich seit Monaten wiederholende Geschichte seiner 36-jährigen Midlifecrisis, in der er die Figuren seiner Partner aus dem Untergrund wieder an die Oberfläche spült und sie wiederkäut, dass ich es nicht mehr hören kann. Vor allem führt es zu nichts. Außerdem hat er seine Sex-Dates wieder aufgenommen, denen er abgeschworen hatte. Ich komm zunehmend schlechter klar mit seiner Lebensweise, hab ich ihm gesagt.

Ich hab schon versucht, die Litanei der gescheiterten Lebenspartner-Entwürfe zu unterbrechen, um mal Abwechslung in unsere Wochenenden zu bringen, doch er kommt immer wieder drauf. So bring ich ihm zum Beispiel Weltliteratur in Form von Verfilmungen nahe, indem ich mit ihm bei Couch-DVD-Viewings einmal Der Graf von Monte Christo und beim letzten Mal Das Bildnis des Dorian Gray geguckt habe. Wobei das Buch nochmal eine ganz andere Köstlichkeit ist als der Film. Von Dorian Gray war er auch begeistert: Das ist mein Thema, jung und schön bleiben, meinte er. Dann guck dir an für welchen Preis …

Das verbindet uns – gescheiterter Lebenspartner-Entwurf. Bei mir in der Einzahl, bei ihm in der Mehrzahl. Dieses Wochenende brauch ich mal Manuel-frei  …

Heute ist Freitag, der 25. Januar

Gestern Abend waren Carmen und Ramona hier. Wir haben uns Essen beim Chini-Mann gegenüber geholt und hatten einen lustigen, gemütlichen Abend. Die Tradition war ziemlich eingeschlafen und wir wollen das wieder aufleben lassen …

Zu dem, was nicht wieder auflebt: Unglaublich, wie stark doch die magnetische Anziehung ist, auch gerade jetzt wieder. Am Tage ist sie nur überlagert, durch Ablenkung, doch nachts im Schlaf, im Halbschlaf und im Traum spür ich sie deutlich – als wenn er mich auf seine Seite ziehen will. Ich kenn das Phänomen zwar, doch jetzt, wo kein Kontakt mehr besteht …? Da ist das der Kontakt, hab ich gedacht. Das kann doch nicht sein. Und trotzdem ist es so …

 

 

Heute ist Donnerstag, der 24. Januar

Das schöne Schwanenpaar … Da ist wohl nichts mehr zu retten, bei dem, worüber ich hier schreibe, hab ich gestern Abend gedacht, als ich um halb Zwölf den Tages-Blog-Beitrag geschrieben habe. Das sichere, tragfähige Fundament, von dem ich glaubte, dass wir es hatten – bis zum letzten Sommer, ist mit einem Schlag gesprengt worden. Wie bei der Karte Der Turm – ist alles eingestürzt. Eine Detonation, bei der kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Dümmer hätte es nicht kommen können.

In einem Youtube-Kartenreading hieß kürzlich die Überschrift: „Jemand pokert zwischen zwei Menschen, Geld und Liebe, und verliert beides.“ Ich hab mich auf die mir schönst-mögliche Weise von ihm verabschiedet. Das war am 15. November.

Heute ist Mittwoch, der 23. Januar

Abends bei minus 5 Grad Arbeiten fahren, gehört auch nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Auf der halben Stunde Fahrt zu Guti-Gutshaus hab ich aber genügend Zeit, um mich zu motivieren: Ist ja nur heute, und wenn du anfängst, geht es auch schon auf Feierabend zu. Außerdem klingelt es in der Kasse – und das ist gut. Gutes Essen gibt’s außerdem …

Heute war die Iglo-Gruppe da, Iglo wie Frosta. Das bedeutet, keine Spende für Lillifee, da sie Hausgäste sind und alles auf die Schlussrechnung geht. Also klingelt es nicht in der Trinkgeldkasse, nur auf dem Konto. Und wieder mal ein neuer Koch – gewöhnungsbedürftig. Mit dem andern hat’s nicht geklappt. Ich hoff mit diesem auch nicht …

Heute ist Dienstag, der 22. Januar

Es plätschert grad alles friedlich dahin in stiller Winterruhe. Nach Krankheit, die Reinigung war, und Rückzug und Besinnung von nach Weihnachten bis Mitte Januar, entsteht jetzt langsam wieder mehr Geselligkeit und Pflege von Kontakten – alles in der gemäßigten Zone.

Heute Massage bei Tam und anschließend Treffen mit Tantchen, Schwester meiner Mutter, zum Mittagessen. Sie wird im März 76 und hat sich jetzt – nach einem Jahr – in ihrem Witwen-Leben eingerichtet. Thema ist aktuell ihre bevorstehende Knie-OP.

Meine Taoschul-Schwester ist dabei, ihren Haushalt aufzulösen. Sie gibt ihre Wohnung auf und zieht zu Ostern in einen Wohnwagen, wie Peter Lustig von Löwenzahn. Größe 8 x 2 m. Das ist auf jeden Fall eine interessante alternative Lebensform – 16 Quadratmeter …

Donnerstag treff ich mich mit Carmen und Ramona bei mir. Das war schon länger geplant und gestern, beim Treffen von Notfallbegleitung, haben wir es so verabredet. Mittwoch Abend ist mal wieder eine Guti-Gutshaus-Schicht eingeschoben, die zweite in diesem Jahr.

Freitag hat Martina Geburtstag, ihren 60! Sie fährt mit Peter, einem guten Freund, der einen Tag vor ihr seinen Ehrentag hat, in ihre Heimat nach Niedersachsen und sie feiern da. Wir beide feiern dann am 8. Februar, wenn ich wieder in Rostock bin. Von Peter bekomm ich übrigens jedes Jahr zu Weihnachten selbst eingelegte Likörkirschen …!

Bei 16 Quadratmetern sollte eigentlich Schluss sein, doch da heute der 22. ist, wollte ich mal wieder auf 222 Wörter kommen, statt 111 …

Heute ist Montag, der 21. Januar

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Lasse die Dinge kommen und gehen. Dein Herz sei offen wie der Himmel. Weisheit aus Asien

Himmel – Im Laufe dieser Entwicklung machst du was, was du vorher nie getan hast. Du nimmst Gespräche auf – mit Gott.

Manuel hat meine Schniefnase anders gedeutet: Das soll laufen … Dazu hab ich nichts mehr gesagt. Die Nachricht hat mein Herz nicht berührt. Siehe mein Kommentar zum Kommentar gestern.

Heute Vormittag war das Quartalstreffen von Notfallbegleitung. Da wurde eine gute Weiterbildung angeboten vom 27.2. – 1.3., für die ich mich angemeldet habe, nachdem ich gehört habe, Unterbringung in Einzelzimmern. Das ist eine schöne kleine Auszeit, wie Urlaub.

Winterwunderschöner Wochenbeginn – jetzt, nachmittags, fängt es grad an zu schneien …

 

 

Heute ist Sonntag, der 20. Januar

Ich hab Scheidungs-Schnupfen … Manuels Eröffnungsrede war: Ich sollte dir ja nichts mehr von ihm erzählen, aber eins möchte ich dir noch sagen: Ich hab ihn angerufen, um mich mit ihm auf ein Bier zu treffen, und er hat mir erzählt, dass er seit 8. Januar geschieden ist …“ Eine halbe Stunde später fing ich an zu niesen, und dann fing meine Nase an zu laufen und hört gar nicht mehr auf. Das zeigt mir nochmal, ich hab die Nase voll, glaub ich. Ich hab schon gewusst, warum ich gesagt hab, ich will nichts mehr über ihn hören. Und dann das.

Was mich wundert, ist – dass und wie mein Körper noch darauf reagiert. Verschnupft

Heute ist Sonnabend, der 19. Januar

Als ich vor ein paar Tagen in den Himmel geguckt habe, schwebte ein Seeadler über mir. Die bekommt man selbst bei Ranger-geführten Nationalpark-Touren nur selten zu sehen. Das war nicht im Nationalpark, sondern auf meiner Dachterrasse – in niedriger Höhe. Sie fliegen sonst so hoch, dass man sie kaum erkennen kann. Das war ein imposanter Anblick …

Er konnte nicht über seinen Schatten springen. Er ist da geblieben, wo er ist. Ein Kommentar zu einem Youtube-Reading lautete: „Ich hab einen ganzen Ozean durchquert. Er ist nicht mal über eine Pfütze gesprungen.“ Das hätte meiner sein können. Ich fühl mich wie der Adler in der Luft – ich seh es von einer höheren Warte aus …