Heute ist Freitag, der 19. Oktober

Wenn ich doch nur eine „Gebrauchsanweisung“ für ihn hätte. An vielen Tagen komm ich gut damit zurecht. Und dann – auch nach der langen Zeit – überrollen mich meine Gefühle – Sehnsucht, Trauer, Liebe – und ich steh dumm da. Wenn ich sein schönes Whatsapp-Foto sehe – dann seh ich ihn zum ersten Mal richtig lachen – sonst war es nur Zähne zusammenbeißen, ohne, dass es seine Augen erreicht hat. Und dann kommen die Bilder von den anderen Frauen …

Und nochmal sprechen die Karten: In einem allgemeinen Reading fiel zu Beruf, Berufung, Finanzen bei mir die Karte Grabesstille – Jemand fehlt dir. Das ist jetzt sehr ungewöhnlich, hat sie dazu gesagt, dass die Karte zu Beruf und Finanzen fällt. So ungewöhnlich ist das nicht. Ich hab es gleich verstanden. Ich hab nicht nur das Wissen in mir, dass wir zusammen leben und lieben, sondern auch zusammen unser Licht in die Welt senden sollen, indem wir zusammen und uns ergänzend unsere Berufung ausüben, jeder mit seinen Gaben. Das geht aber erst – auch das weiß ich inzwischen – wenn er wieder er selbst ist, das heißt, wenn er wieder seinen Familiennamen trägt und nicht den seiner Ehefrau.

Getrennt von ihr ist er ja nun wohl schon. Doch er folgt seinen alten Mustern, verriegelt sein Herz, vögelt irgendwelche Frauen – und arbeitet zu viel laut Kartenlegung – und vernachlässigt darüber die Liebe. Nicht Sex – LIEBE ist gemeint. In der Situation bin ich manchmal so haltlos, wie es sich keiner vorstellen kann …

Nummer der Karte Grabesstille? 29 – seine Hausnummer …

 

Heute ist Donnerstag, der 18. Oktober

Das kann er nicht mehr gut machen, ist die mildere Form, hab ich gedacht. Ich hab schon mal geschrieben: Er hat sich wie ein Schwein benommen. Das hab ich wieder gelöscht. Das ist aber die gesündere Form. Das kann er nicht mehr gut machen, ist eine Schuldzuweisung. Das möchte ich nicht, weil es nichts mit Liebe zu tun hat. Deshalb nehme ich es hiermit zurück.

Ich hab gestern beim Klicken durch die Youtube-Readings ein schönes entdeckt. Heute morgen hab ich es solange gesucht, bis ich es wiedergefunden habe, weil ich den Text hier schreiben wollte. Das hat eine Weile gedauert. Youtube zeigt nämlich nicht an, was man sich zuletzt angesehen hat, wie Amazon das macht. Er hat mal gesagt, wenn du schreibst, höre ich immer deine Stimme. Und gestern hieß eine Karte:

Ich höre Dich

Deine Stimme ist ganz klar in meinem Kopf, ich höre dich, du redest mit mir, als würdest du vor mir stehen oder neben mir sitzen. Diese Verbindung ist nicht von dieser Welt.

Und eine zweite Botschaft von ihm lautete:

Ich denke gerade an unsere Leidenschaft. Make Love mit dir ist unbeschreiblich intensiv. Ein Stück Himmel auf Erden …

Wenn das jetzt auch nur in den Sternen und in den Karten und in Träumen passiert, ist es doch da. Und noch eine passende Karte dazu aus meinem Deck Zauberhafte Devas, das keltische Pflanzenorakel: Waldmeister – Lass dich verzaubern und erkenne, dass das Unsichtbare genauso wirklich ist wie das Sichtbare!

14:00 – 18:00 Erdung in Guti-Gutshaus

Heute ist Mittwoch, der 17. Oktober

Ich hab auf Youtube ein Video von Satoris World of Cards gesehen: Er möchte sich entschuldigen. Da hab ich drüber nachgedacht, was wäre wenn …? Und dann gestern Abend noch den letzten Blog-Satz dazu geschrieben. In einem Reading fiel die Karte Engelsflügel – die geistige Welt bittet dich nur um eins: weiter zu vertrauen, egal, wie es jetzt aussieht. Wie soll ich da vertrauen können, bei dem was war?

Abends auf der Terrasse hab ich dann was Schönes gesehen: Es gibt diese Sky-Laternen. Die waren vor Jahren mal in Mode: Papierlaternen, in denen eine Kerze angezündet wird, und die dann aufsteigen und brennend über den Himmel fliegen. Das haben wir zuletzt bei der Hochzeit meiner Tochter gemacht. So eine Himmelslaterne hab ich gestern neben dem Kirchturm in der Dunkelheit gesehen. Ja gut, das war eine … hab ich gedacht. Zehn Minuten später kam die zweite hinterher geflogen. Sind das die Zeichen, dass ich weiter vertrauen soll und kann? Keine Autokennzeichen, keine Schwäne – 2 Leuchtfeuer in der Nacht!

Abends um 10 hab ich Maik eine Whatsapp geschickt: „Heut hab ich im Blog geschrieben: Er kann es nicht mehr gut machen, was er getan hat.“ Ich bin keine Heilige, die sanftmütig Alles vergeben kann, auch wenn ich wollte. Ich merk jetzt erst, was sein Verhalten mit mir gemacht hat. Ein viertel Jahr später. Ich brauch viel Schlaf und Ruhe …

Heute ist Dienstag, der 16. Oktober

Ich lass das Steuer los und lass mich treiben – das Schiff kennt den Weg …

Ja, viel los ist grade nicht. Gestern Vormittag war Sigi zum Kaffee hier und dann kam noch Bernd von Lila-Grün dazu. Nachmittags hab ich mich erstmal hingelegt – also richtig ins Bett – und hab bis halb 7 geschlafen. Mir war kalt und ich war müde. Dann war ich noch 3 Stunden auf und hab dann weiter geschlafen wie ein Weltmeister. Es sind grad sehr niedrige Energien im Oktober, sagen sie in den Karten-Readings. Ich merk es – nicht zum Bäume ausreißen.

Heute Vormittag bin ich mit Wolfgang und Sigi in die Westsiedlung gefahren. Ihn haben wir zum Termin von zwei kleinen ambulanten OPs beim Chirurgen abgegeben – was am Finger und was am Knie geschnippelt – und während wir noch bei Käffchen beim Bäcker saßen, kam schon der Anruf, dass wir ihn wieder abholen können, hat knapp eine halbe Stunde gedauert. Ich kutschier sie immer, da sie ohne Automobil sind. Dann noch ein Telefonat mit Tantchen, mit der ich am Montag meine 3-Tage-Fahrt ins Blaue antrete. Als ich es meiner Tochter erzählt habe, dachte sie, das ist so eine Werbe-Verkaufsfahrt, wo man irgendwo auf dem Acker abgesetzt wird. „Muuutti …“ Oh meine Tochter, hab ich gedacht, für wie dumm hältst du mich eigentlich?

Ja, darauf freu ich mich jedenfalls, dann bin ich mal 3 Tage weg …

Das kann er nicht mehr gut machen, was er getan hat.

Heute ist Montag, der 15. Oktober

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch: ENTSPANNE DICH! Lass das Steuer los! Trudle durch die Welt, sie ist so schön. Kurt Tucholsky

Das Kranich-Schauspiel war auch schön. Sie haben was Beruhigendes, wenn sie da hoch oben am Himmel kreisen. Sie geben mir das Gefühl, dass alles seine Ordnung und Richtigkeit hat im Leben. Ich hab noch was gesehen: 6 Schwäne, die vor der Insel wie eine Perlenschnur auf dem Wasser trieben. Schwäne sind für mich das Symbol für lebenslange, glückliche Verbindung …

Dem Himmel so nah bin ich auch hier oben, in meinem 3. OG. Viel Licht und Fenster – und doch so weit entfernt. Die Wasserzeichen Krebs, Skorpion und Fische mit ihren tiefen Gefühlen verlieren sich leicht. Mein Guti-Gutshaus schafft mich ganz schön, doch es erdet mich auch. Donnerstag bin ich schon wieder da. Gestern von 2 bis 9 war die letzte Schicht von 6 Tagen – und die anstrengendste. Die Gutsherrschaft war eine Woche in Urlaub auf Ibiza und wir haben den Laden geschmissen. Als Dankeschön gab es ein schönes Mitbringsel. Für mich eine tolle bunte, fantasievolle Stofftasche. Als ich mich bedankt habe, schrieb die Chefin – sie kennt mich gut, sonst hätte sie nicht das ausgesucht: Schön, wenn sie dir gefällt, typisch Ibiza! Und ich: Typisch Anita!

Wie war das schön, als ich ihm noch meine Hand reichen konnte – in Glauben und Vertrauen. Ich lass das Steuer los – und lass mich treiben …

Heute ist Sonntag, der 14. Oktober

Ja, was mach ich jetzt mit ihm? Ihn im Herzen archivieren, oder es als das sehen, für das er es hält, ohne meine Wahrheit zu vertreten? Oder einfach beiseite legen und verdrängen, was dem gleichkommen würde, was er macht? Oder den schwierigen Spagat zwischen Selbstachtung und einem weiterhin offenen Herzen? Eins ist auffällig: Jetzt, wo eigentlich alle Messen gesungen sind, hab ich mehr Aufrufe im Blog als da, wo noch Hoffnung bestand und es noch so aussah als ob …

Der Tanz der 1000 Kraniche ist eine abendliche Schiffstour der Blau-Weißen Flotte der Müritz im September und Oktober. Dazu hab ich mich gestern spontan entschieden. Anstatt Oktoberfest mit Manuel. Er konnte nicht und ich wollte nicht. Die Fahrt ging zum Großen Schwerin, einer Halbinsel in der Müritz, die schon 1930 unter Naturschutz gestellt wurde. Sie ist im Oktober –  wie für viele andere Vogelarten auch – ein Schlafplatz für über 6000 Kraniche. Auf der Insel befindet sich eine ornithologische Station, da werden sie gezählt. Das ist schon ein beeindruckendes Naturschauspiel, zu sehen und vor allem auch zu hören, wie in der Abenddämmerung Schwärme der Vögel des Glücks von ihren Futterplätzen auf den Feldern zurückkehren und über das Wasser ihr Nachtlager anfliegen. Als hätten sie sich alle zur gleichen Stunde hier verabredet, ohne Uhr und trotzdem pünktlich.

Der Ruf der Kraniche – ich bin ihm gefolgt und hab meine Antwort …

Heute ist Sonnabend, der 13. Oktober

Was ist das für ein schönes Lebensgefühl von immerwährendem Sommer … Gestern saßen die Gäste draußen in der prallen Sonne und ich bin noch jeden Abend auf der Dachterrasse und bewunder die malerischen Farben des Himmels und später die Sterne …

Apropos Sterne – meine Karten-Readings hab ich deutlich reduziert und seh mir nur noch wenige an. Die von den Kartenlegerinnen, die mir am besten gefallen – heißt, mit denen ich am meisten in Resonanz gehe. Marlenes Karten steht dabei an erster Stelle. Grund dafür ist weniger, dass ich wissen möchte, was in den Sternen oder in den Karten steht, sondern wie sie das legt und deutet. Es hat mehr unterhaltsamen Charakter.

Im Blog hab ich gut Aufrufe und bekomm schöne Rückmeldungen, dass ich genau das treffe, was meine Leser fühlen. Zum Beispiel: Das hätte haarklein von mir sein können. Darum geht es mir auch, mich mit denen zu verbinden, die auch sowas erleben und fühlen, um es mit ihnen zu teilen. Manche würden das wohl Selbsthilfegruppe nennen, für mich ist es eher ein lebendiges Austausch-Forum, ein Miteinander von Gleichgesinnten. Denn die können es verstehen. Jeder andere sagt es vielleicht nicht, aber denkt es: Oh Baby, Baby Balla Balla … Wenn man versucht, es ihnen ansatzweise zu verklickern. Denn wie kann ein Mann – der nun definitiv mit seinem Verhalten nicht der Traummann ist – so eine Rolle spielen?

Heute ist Freitag, der 12. Oktober

Feierabend und Wochenende – wenigstens morgen …

Wunderliche Sachen gibt’s. Manuel hat auf einer Rechten-Demo, in die er unfreiwillig geraten ist, weil er sich auf einmal in der Absperrung befand, einen Jungen kennen gelernt, der 20 Jahre jünger ist. Eigentlich war er mit einem Kumpel verabredet. Daraus wurde nichts. Dafür – er hat sich, seit er bei mir war nicht mehr gemeldet und ich hab mich schon gewundert – hat er seitdem seine Zeit mit diesem Jüngling verbracht. Nur Freizeit, betont er. Da war nichts, aber er versteht sich super mit ihm, und er fühlt sich, trotz 36, auch wie 16, sagt er. Mehr will er auch nicht, das heißt, er würde schon wollen, nur unterdrückt er es – zu großer Altersunterschied, meint er. Ich denk, da entwickelt sich was, und wenn es nur die nächste Katastrophe ist.

Ich schreib das so ausführlich, weil der Hintergrund interessant ist, nämlich: Die Mutter des Jungen heißt Michaela, so heißt auch die Mutter von Manuel. Sein Stiefvater heißt Tim, wie sein gerade verflossener großer Liebeskummer, und sein Vater heißt Maik. Ich hab gesagt: Na, da ist ja die ganze Familie beisammen. Er hat noch eine Schwester und er will ihn fragen, wie die heißt. Würd‘ mich echt nicht wundern, wenn der Name auch noch einen Bezug hätte.

Manuel sagt gerne: Das ist was Größeres. Ich sag einfach, das sind Synchronizitäten. Zufälle gibt’s nicht!

Heute ist Donnerstag, der 11. Oktober

Das war ein gutes Treffen eben, von halb 4 bis halb 5, mit Kaffee und Kuchen – mein Ex-Ehemann, seine Frau und ich. Nun ist alles geklärt, was uns beide noch finanziell verbunden hat. Die beiden sind zufrieden. Sie passen gut zusammen, hab ich gedacht, als sie Hand in Hand über den Hof zum Parkplatz gegangen sind. Den ganzen Tag auf Arbeit war ich melancholisch-traurig gestimmt. Lach doch mal!, wollte mich meine Kollegin aufmuntern. Morgen wieder … heute gelingt es nicht.

Traurig nicht etwa, weil ich es bereut habe, dass ich ihn verlassen hab. Das ist in Ordnung, sondern weil ich solange an was geglaubt und gefühlt habe, was sich als Illusion herausgestellt hat. Die „Geschichte“ mit Maik. Wenn ich weiter Vertrauen haben soll, dass alles gut wird – dem kann ich zustimmen. Es wird schon so sein, dass es am besten für mich ist. Und wenn es das jetzt ist, dann wird das am besten sein. Heute hab ich den ganzen Tag gedacht: So einen will ich nicht – so einen Frauenheld. Das fühl ich aber jetzt erst. Mein Mann geht auch Hand in Hand mit mir durchs Leben – und er hat nur mich an der Hand, und nicht parallel dazu noch Die und Die und Die …

Und trotzdem ist Maik präsent – um so mehr, je weniger ich es will. Und das macht mich traurig, heute jedenfalls.

Heute ist Mittwoch, der 10. Oktober

Halbzeit – 3 Arbeitstage hab ich rum. Jetzt noch morgen, übermorgen und Sonntagnachmittag …

Mir ist erstmal wichtig, eine solide materielle Basis zu schaffen. Die Guti-Gutshaus-Stunden tragen mit dazu bei und das Treffen morgen mit meinem geschiedenen Ehemann auch. Ich müsste noch den Abwasch erledigen, denn ich hab eine gläserne Wohnung, das heißt, man kann vom Wohnzimmer in die Küche gucken. Aber ich fühl mich heute nicht mehr dazu in der Lage. Dann ist es eben so.

Das andere dann ist es eben so – betrifft Maik. Ich fühl ihn die Tage grad wieder so, als wenn er direkt neben mir steht, so dass ich manchmal sogar sage: Setz dich irgendwo hin. Irritierend dabei ist, dass ich weiß, dass er ganz woanders unterwegs ist, und dass das eigentlich nicht sein kann.

Jetzt, wo ich dabei bin, meine Finanzen zu ordnen und ein neues Leben anzufangen, denk ich: Wenn jetzt noch Maik weg wär … er ist es aber nicht und ich hab keine Hoffnung, dass er es jemals sein wird. Außerdem träum ich fast wieder jede Nacht von ihm. Und was sagen meine himmlischen Begleiter dazu? – Alles kommt zur rechten Zeit und zur rechten Stunde. – Dann sag ich: Ihr müsst das jetzt nicht sagen … Dann sagen sie: Doch, du brauchst noch Nachhilfeunterricht in Vertrauen!

Und ich denke: Ich hab noch mein ganzes Leben Zeit, das zu heilen …