Heute ist Freitag der 10. Mai

Gestern morgen ist mir eingefallen, mal zu gucken, an welcher Stelle ich stehe und hab bei Google Blog über Dualseelen eingegeben. Da ist Blog Dualseele als Vorschlag aufgetaucht. Ich bin da rauf gegangen und stand an 11. Stelle und damit am Ende von der ersten Seite. Das kann sich schon mal sehen lassen … Das ändert sich aber natürlich ständig und hängt von der Zahl der Aufrufe ab. Als ich es 5 Minuten später nochmal gemacht habe, war ich auf Platz 12 – am Anfang von Seite 2. Nach mir kam Dualseelen? Wir Dualseelens Webseite! Untertitel: Dualseelen? Dein Seelenpartner wird tausendfache Gründe finden, warum nicht sein kann, was nicht sein darf. Du wirst tausendfach daran zerbrechen. – Okay …

Das hat er schon und das bin ich schon. Über das Stadium sind wir also weg. Mein Blog unterscheidet sich von den anderen dadurch, dass ich nicht Beitrage über das Thema verfasse und veröffentliche. Ich schreib einfach Tagebuch und schilder mein Empfinden und Erleben. Als Untertitel bei mir zeigt Google an: Erfahrungsbericht gelebte Dualseelenliebe … Dann steh ich auf und setz mich mit einem Kaffee an den Laptop und schreib Blog. Bei Lars brennt auch Licht … (Eintrag vom 5. 5.)

Ich schreib jetzt das dritte Jahr – und die Besucherzahlen und Aufrufe steigen. Ich bin jetzt schon bei 555 Besuchern und fast 1500 Aufrufen. Das ist mehr als im ganzen ersten Jahr zusammen. Vielen Dank, liebe Verbündete!

10.5. 08:00 – 7.!

Heute ist Donnerstag, der 9. Mai

Gestern hab ich mit erheblichem Aufwand meine 3 großen Pflanzen im Wohnzimmer umgetopft. Je größer, um so schwieriger. Frau Marante aus der Familie der Pfeilwurz-Gewächse hatte ich schon vorher bedacht. Den anderen in der Wohnung verteilten, für die die Erde nicht reicht oder ich keinen passenden Topf habe, vertröste ich: Ihr seid beim nächsten mal dran …

Lars hat mir dabei geholfen und wir haben über Arbeit und Einkommen geredet. So eins sieben, eins acht wären gut, hat er gemeint. Wenn es gut läuft und er zwei Nachtschichten im Monat mit drin hat, kommt er auf eins vier, sonst auf eins drei. Nicht gerade üppig, hab ich gedacht und gesagt: Zwei wären gut – das ist eine glatte Summe – und dabei gedanklich meinem Nebenjob gedankt, der ja eigentlich mein Hauptjob ist, und mit dem ich mir einen höheren Luxus leisten kann, als nur mit meinen staatlichen Bezügen.

Apropos Nebenjob – Seit wann gibt’s denn hier Gulasch?, hab ich neulich Anja gefragt, die am Herd stand. Auch wenn er Wiener Saftgulasch heißt, weil er nur im eigenen Sud mit viel Zwiebeln und Gewürzen geschmort ist. Die Antwort wusste ich schon: Das ist dem Umstand des fehlenden Kochs geschuldet, der bisher unsere Gourmet-Kreationen gezaubert hat. Mietkoch, Probekoch, Vegan-Koch – nein, das war eine Köchin – in der letzten Zeit sind alle möglichen Köche gekommen und wieder gegangen, nur nicht geblieben …

 

Heute ist Mittwoch, der 8. Mai

Heut könnt ich nur schreiben – Blauer Himmel und Sonnenschein, Guten Morgen – wenn nicht noch was dazukommt. Und das mach ich auch erstmal …

Bei Frauen dreht sich alles nur um Liebe. Männer haben mehrere Segmente, hab ich grade gelesen: Ehe, Kinder, Familie, Karriere, Job, Arbeit, Beruf, Sport, Hobbys, Techtelmechtel, Affären – unterschieden nach mit und ohne Bedeutung.

Nicht in einem Sachbuch, es war ein Roman: „Kann denn Küssen Sünde sein?“ So kitschig wie der Titel, so sterbenslangweilig war auch der Inhalt bis zur Hälfte – aber dann wurd’s interessant – als wenn jemand anders weitergeschrieben hätte. Lass es sein, wie es will, hab ich gedacht, ich bin kein Segment – nicht mit und nicht ohne Bedeutung.

Heute ist Dienstag, der 7. Mai

In der vorigen Nacht hab ich geträumt, eine Rad-Touristin hat mich nach dem Weg gefragt. „Der geht da lang“, und ich bin mit ihr um die Straßenecke gegangen, um ihn ihr zu zeigen. Da lag mitten in der Stadt ein breiter Grasweg, der zu den Stufen einer roten Backsteinkirche geführt hat, mit einem großen Eingangsportal, das geschlossen war. Das war ein wundervoller Anblick, den ich noch nie gesehen hatte. Ich seh das Bild noch genau vor mir. Es war sehr beruhigend … Ich hab mir vorgenommen, mal dort hinzugehen.

08:00 Uhr – Ich wurde von zwei unterschiedlichen Geräuschen gleichzeitig geweckt. Vom lieblichen Glockenläuten und dem Klingeln des Handys. Es war die Einsatzleitstelle Neubrandenburg, die eine Notfall-Begleitung für Malchow angefordert hat. Das ist ca. 25 km von Waren. Ich hab diese Woche Bereitschaft und Carmen Sternchen Hintergrund-Bereitschaft. Sie arbeitet und ich fühl mich nach meinem Sonntags-Sturz noch nicht besonders einsatzfähig. Wir haben eine Kollegin direkt in Malchow. Ich hab mir sein Anliegen angehört und dann gefragt, ob er sie fragen kann. Wenn sie nicht kann, würde ich hinfahren. Aber sie hat zugesagt. Außer, dass mir noch nicht richtig wohl ist, hab ich gedacht, kann es makaber wirken, wenn ich zu einem Suizid in einer Familie fahre, wenn mein Arm aussieht, als wenn ich mir die Pulsader aufschneiden wollte.

Das sind traumhafte Sonnenuntergänge – aber kalt, kalt, eisheilig kalt …

Heute ist Montag, der 6. Mai

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind. Sir Francis Bacon

Bin ich glücklich? Seit Anfang Mai hab ich ständig Sex mit ihm im Kopf. Wo das jetzt wieder herkommt, weiß ich auch nicht. Am Morgen des 1. Mai war es, als wenn er vor mir steht und wir gleich in der Kiste landen. Da hat sich kein Verstand eingeschaltet und keine Gedanken an das, was alles war in der Vergangenheit. Ich hab mich ins Bett gelegt und hab den ganzen Vormittag geschlafen. So übermächtig war das Gefühl. Ich schreib das, um zu zeigen, wie unvorbereitet mich das getroffen hat – entgegen aller Vernunft und nach all der Zeit.

Es hat mich einfach übermannt. Als wenn er sagen will, ich bin auch noch da, seit ich merke, Lars ist wirklich ein feiner Kerl. Mehr denk ich noch nicht mal. Aber er ist nicht hier, sonst würde er hier wohnen und nicht Lars. Als er frei war, hat er sich gegen mich entschieden. Ich hab ihn so lange begleitet, wie es gedauert hat, bis seine Ehe den Bach runter gegangen ist. Das hat 12 1/2 Jahre gedauert …

Das Besondere dabei ist, er weiß gar nichts von unserer Nachbarschaft. Die kam erst, nachdem wir uns entzweit haben. Wenn, dann kann er es höchstens spüren. Aber warum, wenn er doch glücklich vergeben ist?

Heute ist Sonntag, der 5. Mai

Martina hat geschrieben, sie ist entsetzlich müde, hat nachmittags geschlafen und war um 8 schon wieder müde, will aber nicht zu früh ins Bett, sonst ist sie nachts wach. Was ist bloß los? Das kann ich ihr sagen – Neumond. Geht mir ganz genauso. Ich hab den ganzen Nachmittag geschlafen und bin früh ins Bett gegangen. Dafür bin ich jetzt auch nachts um 3 wach, aber das ist egal. Dann steh ich auf und setz mich mit einem Kaffee an den Laptop und schreib Blog. Bei Lars brennt auch Licht …

Gestern nachmittag wollte ich einkaufen, unterwegs was essen und eine kleine Runde spazieren gehen. Weit bin ich nicht gekommen. Immer wieder zogen dunkle Wolken auf mit Schauern. So hab ich mir nur im Altstadt-Center ein Backfisch-Baguette ausgesucht – das ist immer Martinas Favorit – und mich damit auf eine Bank im Grünen gesetzt. Hier sind alle Bänke im Grünen …

Das passt gar nicht heute – körperliche Anstrengung. Zu Neumond sind die Akkus leer, daher auch die große Müdigkeit und Schwäche. Sie werden erst bis zum Vollmond wieder aufgeladen. Das heißt, ich muss mich echt überwinden, nachher gleich loszufahren. Lieber wär mir ein ruhiger Sonntag …

Und – was statt dessen? Ich hab ’ne Bauchlandung gemacht – mein erster Arbeitsunfall. Ich bin mit den Armen voll Wäsche und noch einer Flasche Wasser, die in jedes Zimmer gehört, unters Kinn geklemmt, über den Hof gegangen, und da ich keine Sicht hatte, bin ich über einen der Begrenzungssteine gestolpert. Da gab’s kein Halten mehr. Ich bin zwar weich gelandet auf den blütenweißen Frottee-Handtüchern und der Bettwäsche, doch die Glasflasche ist zersplittert und hat mir die linke Hand und den Unterarm aufgeschnitten. Das hätte auch ins Auge gehen oder ich hätte mir das Gesicht zerschneiden können. Ist nochmal gut gegangen. Anja hat mich fürsorglich verbunden und es ging. Jetzt nach Feierabend tut es richtig weh.

In der Nacht zuvor hatte ich geträumt, dass ich mich an einem Schwert schneide. Sowas hab ich noch nie geträumt. Als wenn ich es vorausgesehen habe, nur dass es Glasscherben waren.

Heute ist Sonnabend, der 4. Mai

Als ich gestern zu meiner Spontan-Spätschicht losgefahren bin, war eine Pippi-Langstrumpf-Postkarte in meinem Briefkasten: Hallo liebste Mutti … Ich hatte vorher mit meiner Tochter telefoniert und sie hat gesagt, sie hat eine Karte von ihrem Bruder aus Schweden bekommen. „Mutti, seit er mit Tamina zusammen ist, ist er ein ganz anderer Mensch. Er schreibt sogar Karten aus dem Urlaub.“ – „Ich hab keine bekommen, aber vielleicht kommt sie noch.“ – „Vielleicht gehörst du ja nicht zum Kreis der Auserwählten – oder von Schweden nach Waren geht die Post einen Tag länger als nach Rostock“, hat sie spaßig gesagt.

Hallo liebste Mutti! Wir genießen gerade den letzten Tag unseres wunderschönen Urlaubs im sonnigen Karlskrona. Ganz liebe Grüße, Tamina, Michael und Jonte! Da hab ich mich schön gefreut …

Heut war eine Hochzeit unten, die Braut schulterfrei bei 7 Grad. Er muss ihr doch sein Jacket umlegen, hab ich gedacht. Das ist mein Verständnis von Liebe.

Morgen, 11:00 Uhr, ist Guti-Gutshaus Großeinsatz An- und Abreise. Carmen Sternchen ist auch da, also freu ich mich drauf …

Heute ist Freitag, der 3. Mai

Gefühlt ist Winter. Es ist wieder kalt mit Sturm und Regen. Beim Kaffee aus meiner Schmetterlings-Tasse früh um halb Fünf fällt mir ein, dass Martina neulich geschrieben hat, sie möchte mal wieder einen Regenbogen sehen. Das wird schwierig ohne Regen, hab ich geantwortet. Regen war bei dem Wunsch inbegriffen, meinte sie. Regenbogen, Sternschnuppe … ich möchte mal wieder Schmetterlinge im Bauch haben, nicht nur auf der Kaffeetasse.

Gestern hab ich zu Lars gesagt: Hab ich dir schon erzählt, dass sich meine Putz-Fee verabschiedet hat? Da muss ich wieder selber die Hüften schwingen. Ja, da musst du wohl die Hüften schwingen, hat er gesagt und gelacht. Wir freuen uns beide über unsere Terrassen-Union. Er ist nicht auf der Suche und ich auch nicht. Ich hab fast den Eindruck, als wenn wir beide das Gefühl haben, mehr Partnerschaft als wir sie haben braucht man nicht. Es ist jemand da, den man mag, und mit dem man reden und sich alles sagen kann. Das ist schon merkwürdig, so eine Konstellation …

Nee, das glaub ich jetzt ja nich, hab ich vorhin zu Frau Wasserstraße bei Toyota gesagt, wo ich wegen Licht-Defekt war. Alles in Ordnung, sagt sie – sagt der Monteur. „Na manchmal ist das so, vielleicht ein falscher Griff …“ Ein falscher Griff? Ich fahr seit 100 Jahren Auto und das war die ganze Strecke so. Manchmal steckt der Teufel im Detail, fiel ihr dann noch ein. Ich sag doch, der Tag in Rostock war verhext. Jedenfalls konnten wir drüber lachen und es gab vor allem keine Rechnung. Vielleicht war ich so elektrisch aufgeladen, dass ich die Elektronik außer Kraft gesetzt habe. Das fällt wohl unter unerklärliche Phänomene oder höhere Gewalt …

Sie heißt natürlich nicht Wasserstraße, das ist ihr Name von Platt in Hochdeutsch übersetzt.

Gerade, als ich zum gemütlichen Teil des Tages übergehen wollte, kam eine Anfrage von Guti-Gutshaus …

Heute ist Donnerstag, der 2. Mai

Ich hab schon mein erstes Geburtstagsgeschenk. Na, ich hab’s noch nicht – aber ich weiß, was es ist. Potsdam – Schlössertour. Mein Tantchen schenkt mir eine Tagesfahrt mit ihr zusammen mit unserem favorisierten Summer-Bus-Unternehmen am 1. Juli. Da freu ich mich. Die Schlösser-Besichtigung erfolgt vom Wasser aus, mit Dampfer. Das Wort ist mir lieber als Fahrgastschiff. Bei dem weiß ich nicht, ob Fahrgast-Schiff gemeint ist oder Fahr-Gastschiff. Beides ergibt keinen Sinn für mich. Dampferfahrt ist schön – und Wasser mein Element …

Jetzt ist es Zehn. Um Elf bin ich bei M 1. Schöne Farbe für gute Laune. Seit ich mir die Haare wieder färbe, fühle ich mich zwanzig Jahre jünger. Von solchen einfachen Mitteln mach ich radikal Gebrauch bzw. erteile Ria die Vollmacht dafür. Danach sag ich im Reisebüro zu und in der Currywurst-Bude ab. Potsdamer Schlösser ja – Warener Haushaltshilfe nein. Frisör als Highlight des Tages … und die Frühlingsgefühle?

Ich bin zurück und hab die Haare schön. Das ist die schnellste und effektivste Methode zur Stimmungsaufhellung. Nur nicht eben die preiswerteste …

Frühlingsgefühle … Ich war in den vergangenen Jahren schon mehrfach an dem Punkt zu überlegen, wie ich wieder ein Sexleben integrieren – und dabei meine Würde bewahren kann. Dann habe ich mich auf Dating-Portalen angemeldet und auch bald wieder abgemeldet. Das lass ich also. Ich bleib gelassen und mache es mir und mich schön. Gleiches zieht Gleiches an … Es wäre jemand, der bald mit Version 6.0 kompatibel ist. Er kann auch 4.0 sein wie Lars – Hauptsache, er hat das Prinzip von Männlich und Weiblich, Mann und Frau oder Yin und Yang verstanden – verstanden heißt, es nicht nur als Tattoo auf seinem Oberarm zu haben. Ich will hier nicht gegen ihn schíeßen, mir wird nur mehr und mehr bewusst, was es war und was es nicht war. Mir wird nicht bewusst, wie ich so daneben liegen konnte mit meinem Gefühl. Gute Nacht …

Heute ist Mittwoch, der 1. Mai

Hu, es regnet. Liebe Grüße aus der Globus-Autowäsche. Solchen ausgemachten Unsinn hab ich ihm mal geschrieben und fand das auch noch schön. Daran musste ich denken, als ich gestern durch die Waschstraße gerollt bin.

Hast du mal wieder was gehört von ihm?, hat Manja gefragt, als ob sie was gehört hat. Nein, hab ich nicht und will ich auch nicht. Ich hab nicht nachgefragt. Schluss mit Hiobsbotschaften und wieder eine neue Frau, und wieder eine und wieder  …

Ein schöner Schlumpf-Feiertag ist das heute. Ich hab mich nicht mal angezogen. Erst hab ich lange ausgeschlafen, dann kam Sigi mit einem liebevoll angerichteten Frühstück zum Käffchen. Dann hat Manuel angerufen, mit Martina hab ich auch noch telefoniert und ein paar WhatsApps beantwortet, zu denen ich gestern nicht mehr gekommen bin. Als ich nach Hause kam, roch es verführerisch nach Essen vom Markt. Es war lange Einkaufsnacht mit Musik bis Mitternacht. Doch ich war zu müde, um mir noch was zu essen zu holen und hab das ganze Treiben von oben beobachtet. Aus meinem Wohnzimmerfenster hab ich den besten Ausblick. Der Maibaum ist aufgestellt vor der Tourist-Information, das hab ich heute Abend erst gesehen. Sieht schön aus. Heute war auch noch was los, ich bin aber nicht runter gegangen. Auch nur wieder Draufsicht von oben.

Und finalemente vorhin noch ein Gespräch mit Lars – auch schön …